Montag, 24. September 2007

FORMAT über den heißen Herbst für die AUA: Neues Cockpit für die rot-weiß-rote Fluglinie

  • Berater kritisiert die unklare Kompetenzverteilung
  • Auslöser war Abgang von Marketingvorstand Burger

Bei Kaffee und Kuchen im Sitzungszimmer der Staatsholding ÖIAG in der Dresdner Straße, Wien: Der für Reformen bei der Vorstandsstruktur der AUA eingerichtete Ausschuss trat unter strenger Geheimhaltung zusammen, um einen mit Spannung erwarteten Vorbericht des Beratungsunternehmens Directure über Reformbedarf in der AUA-Führung zu hören.

Anwesend waren die stimmberechtigten Ausschussmitglieder (und AUA-Aufseher) Peter Michaelis, Rainer Wieltsch, Herbert Koch, Alfred Junghans und Wolfgang Hable. Als Gäste kamen weitere Aufsichtsräte. Mann des Abends war der dänische Directure-Geschäftsführer Frederik Lacoppidan. Er rückte mit zwei Kollegen an, um nach 45 Interviews mit AUA-Mitarbeitern den Finger auf wunde Punkte im Management zu legen. Dies mit Sicherheitsauflagen: Damit Informationen nicht so leicht nach außen dringen können, gab es vorerst nichts schriftlich.

Auslöser für den heiklen Auftrag an Lacoppidan war der Abgang von AUA-Marketingvorstand Josef Burger vor wenigen Wochen. Nach anhaltenden Querelen in der Führungsetage hatte er - als einziger gelernter Airliner im AUA-Cockpit - das Handtuch geworfen. ÖIAG-Vorstand und AUA-Aufsichtsratschef Michaelis war bei den Turbulenzen selbst unter Druck geraten. Auf Basis der Directure-Analyse sollen nun die Weichen so gestellt werden, dass es nicht mehr zu Hahnenkämpfen bei der Fluglinie kommt.

Die wichtigsten Kritikpunkte von Directure: Im AUA-Vorstand sind die Kompetenzen zu sehr aufgesplittert und die Verantwortungszuteilungen unzureichend. Wie ein Kapitalvertreter im Aufsichtsrat der Fluglinie im Gespräch mit FORMAT erklärte, sei eines der von Lacoppidan genannten Beispiele die Aufsplitterung des Ressorts "Operations" gewesen. Thomas Kleibl ist für die Technik zuständig, Alfred Ötsch zeichnet für den Flugbetrieb verantwortlich, und Alfred Burger dirigierte das Ground Handling. Besonders die Zuteilung der Technik an den Finanzer Kleibl betrachtete Directure demnach als diskussionswürdig. Lacoppidan selbst wollte sich auf FORMAT-Anfrage zu keinem Aspekt seines Vortrags äußern: "Wir sprechen grundsätzlich nie über unsere Aufträge."

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24.9.2007 08:55