Gold erstrahlt wieder in seinem alten Glanz:
So wertvoll wie seit 27 Jahren nicht mehr
- Steigende Eurowährung zog Goldpreis mit sich mit
Gold gilt seit jeher als vergleichsweise sicherer Hafen für Sparer. In jüngster Zeit haben die Anleger das gelbe Edelmetall aber auch als eine besonders gewinnbringende Geldanlage kennengelernt. Vor allem die Talfahrt des Dollar sorgt nach Einschätzung von Experten dafür, dass die Investoren immer mehr Gold kaufen.
Als der Euro im Handel mit der Weltleitwährung über die psychologisch wichtige Marke von 1,40 Dollar sprang und neue Rekordhöhen erreichte, trieb es die Anleger scharenweise ins Gold.
Auf der Fährte des Euro
Der Fall der 1,40 Dollar-Marke sorgte für eine "Bilderbuchrallye" beim Goldpreis, sagte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. An der Börse in London wurde der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) zuletzt auf 734,50 Dollar festgelegt. Gold war damit so teuer wie seit 27 Jahren nicht mehr. "Jahrelang dümpelte der Preis für das gelbe Edelmetall wenig beachtet vor sich hin und erhebt sich nun wie Phönix aus der Asche", sagte ein Experte. Schon sprechen die Fachleute von einer der lukrativsten Anlageformen.
Besser Gold als US-Dollar
Vor allem die Geldpolitik in den USA treibt die Anleger nach Einschätzung der Experten immer weiter in den sicheren Hafen Gold. An den Finanzmärkten ist den Anlegern eines klar: Die überraschend starke Zinssenkung in der größten Volkswirtschaft der Welt um 0,5 Prozentpunkte auf 4,75 Prozent ist nur der Auftakt für weitere Zinsschritte. Die Anleger fürchten, das billigere Geld wird die Inflation in den USA anheizen. Bei ihren Anlageentscheidungen setzen sie daher immer stärker auf das gelbe Edelmetall.
Neben der Geldpolitik der US-Notenbank ist es aber vor allem auch die allgemeine Entwicklung an den Rohstoffmärkten, die für Inflationsdruck sorgt. Besonders die jüngste Rekordjagd beim US-Ölpreis lässt in den kommenden Monaten weiter steigende Preise befürchten. Zudem gab es zuletzt immer neue Preisrekorde bei Agrarrohstoffen. So war beispielsweise Weizen vor einigen Wochen so teuer wie noch nie.
Kursrichtung 800 Dollar möglich
Experte Goldberg sieht den Goldpreis schon auf dem Weg in Richtung der 750 Dollar-Marke und einzelne Händler halten sogar einen Sprung bis auf 800 Dollar für möglich. Ein weiterer Kurstreiber sei zweifellos auch die Hypothekenkrise in den USA und die Furcht der Anleger vor möglichen Folgen, hieß es. So ist in Großbritannien die Hypothekenbank Northern Rock in arge Schwierigkeiten geschlittert. Die britische Regierung sah sich sogar gezwungen, eine Garantie für alle Ersparnisse des Instituts abzugeben.
Die langen Schlangen der Kunden vor den Filialen der Northern Rock gingen um die Welt und haben bei vielen Investoren ein mulmiges Gefühl ausgelöst. Sicher fühlte sich der eine oder andere Anleger nicht zuletzt hierdurch in der Entscheidung bestärkt, erst einmal lieber in Gold zu investieren. (apa/red)

