MEL-Krise schadet vor allem Meinl selbst:
Hoher Glaubwürdigkeitsverlust des Bankiers
- Jeder Dritte glaubt laut Umfrage an Imageverlust
- Wirtschaftstandort aber nicht als gefährdet eingestuft

Die Diskussion um den Rückkauf von Aktien der Meinl European Land (MEL) hat in erster Linie am Image von Julius Meinl selbst gekratzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts market, deren Ergebnisse vor kurzem veröffentlicht worden sind. Auch die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat in den Augen der Österreicher durch die Affäre an Glaubwürdigkeit verloren, ebenso der ehemalige Finanzminister und nunmehrige Vorsitzende der Meinl International Power (MIP), Karl-Heinz Grasser.
Die Meinungsforscher befragten am 18. September 503 repräsentativ für die österreichische Bevölkerung über 18 Jahre ausgewählte Personen in telefonischen Interviews. Jeder Dritte vertrat dabei die Ansicht, dass Julius Meinl durch die Causa sehr stark an Glaubwürdigkeit verloren habe, nur vier Prozent denken, dass die Sache das Image des Unternehmers gar nicht angekratzt habe. Die FMA hat in den Augen von zwölf Prozent stark an Glaubwürdigkeit verloren, Grasser in jenen von elf Prozent. Den Banken und der Politik hat die Geschichte weniger geschadet.
Die Berichte über MEL haben lediglich 16 Prozent der Befragten genau studiert. Jeder Dritte interessierte sich gar nicht dafür, knapp die Hälfte hat die Nachrichten zu dem Thema nur am Rande mitverfolgt. Negative Effekte für die Wiener Börse durch die MEL-Affäre befürchten 37 Prozent, 31 Prozent meinen, dass sich die Sache dort kaum oder gar nicht auswirken werde.
Die große Mehrheit denkt, dass etwaige Beeinträchtigungen lediglich kurzfristiger Natur sind. Im Vergleich zur BAWAG-Krise schaden die Vorgänge rund um MEL den heimischen Wirtschaftsstandort verhältnismäßig wenig, meinen die Österreicher: Mehr als zwei Drittel der Befragten sind überzeugt, dass die Affäre rund um die Gewerkschaftsbank schlimmer war. Nur sieben Prozent halten hingegen den Negativeffekt durch die Vorgänge bei MEL für größer. (apa/red)

