Krida-Prozess gegen Kovats fortgesetzt:
Dritter Angeklagter in Erklärungsnotstand
- Nächste Verhandlungstage erst wieder im Dezember
- Bei Schuldspruch drohen bis zu zehn Jahre Haft

·Krida-Prozess gegen Mirko Kovats gestartet
Angeklagte bekennen sich als nicht schuldig
·Industrie-Tycoon Kovats im Porträt!
Rätselhafter Industrie- Tycoon muss vor Kadi
Am Landesgericht Wien ist der Prozess gegen den Industriellen Mirko Kovats und zwei Mitbeschuldigte wegen des Verdachts auf betrügerische Krida fortgesetzt worden. Der zweite Verhandlungstag war der Befragung des Drittbeklagten Wolfgang G. und des Masseverwalters der im Zentrum des Interesses stehenden Diskothek in der Shopping City Süd (SCS) gewidmet. Eine Urteilsverkündung zeichnet sich noch nicht ab, im Dezember geht der Prozess weiter.
Die Causa dreht sich um die Diskothek "A2 Südpol" in der Shopping City Süd (SCS), die Mitte 1999 Konkurs anmelden musste. Die Anklage wirft den Verantwortlichen der Errichtungsgesellschaft E&I Immobilien Development vor, der Betreibergesellschaft Mieten und Betriebskosten nicht in Rechnung gestellt und mit dem Konkurs der Besitzgesellschaft die SCS, die Erste Bank und eine Leasingfirma geschädigt zu haben. Die drei Angeklagten haben sich als nicht schuldig bekannt. Die Schadenssumme, die die Staatsanwaltschaft allen drei Angeklagten zur Last legt, beträgt kumuliert 523.000 Euro.
Der Angeklagte, der vernommen worden ist, war Geschäftsführer zuerst nur der Betreibergesellschaft und ab Anfang 1998 auch der Besitzgesellschaft E&I. Er war in dieser Eigenschaft Nachfolger der beiden anderen Angeklagten Kovats und Franz M. Der Drittbeschuldigte kam in Schwierigkeiten, als er erklären sollte, warum wechselseitige Verbindlichkeiten/Forderungen der beiden Unternehmen um vier Mio. S (etwa 290.000 Euro) voneinander abwichen - obwohl diese eigentlich identisch hätten sein müssen.
Die Anwälte der beiden anderen Beschuldigten unterstrichen - entgegen Zweifeln des Sachverständigen - erneut, dass während der Geschäftsführung ihrer Mandanten bis Ende 1997 keine Schädigung der Gläubiger entstanden sei oder zumindest keine geltend gemacht worden war.
Das Diskotheken-Projekt im UCI-Großkino war wegen mangelnder Frequenz, technischen Mängeln und fehlenden Behördengenehmigungen gescheitert. Mitte 1999 musste das "A2 Südpol" Konkurs anmelden. Der Prozess um das schief gegangene Diskothekenprojekt, berühre die börsenotierte A-Tec in keiner Weise, beteuert A-Tec-Chef Kovats.
Richter Wolfgang Fahrner beraumte für den 3., 10. und 11. Dezember drei weitere Verhandlungstage an. Die beiden ersten Termine sind den Aussagen zweier Sachverständiger gewidmet. (apa/red)

