Sonntag, 23. September 2007

Energie Cottbus wirft Petrik Sander raus:
Zwei Punkte aus sechs Spielen nicht genug

  • Nach 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg
  • Sander führte Cottbus 2005/06 in die 1. Bundesliga

In der deutschen Fußball-Bundesliga hat es den ersten Trainerwechsel in der laufenden Saison gegeben. Das Tabellenschlusslicht Energie Cottbus gab 17 Stunden nach der 1:2-Heimniederlage im Kellerduell mit dem VfL Wolfsburg die Trennung von Coach Petrik Sander bekannt. Die Cottbuser haben nach sechs Runden erst zwei Punkte auf ihrem Konto. Sanders Nachfolger steht noch nicht fest, das Training wird vorerst der bisherige Sander-Assistent Thomas Hoßmang leiten.

Sander hatte schon nach dem Schlusspfiff geahnt, dass es sein letztes Spiel auf der Trainerbank der Cottbuser sein würde. Er hatte jedem Cottbuser auf der Bank die Hand geschüttelt und sich mit seinen Assistenztrainern im Mittelkreis umarmt. "Das war keine einfache Situation für mich", beschrieb Sander den Gang vor die neue Nordtribüne, wo er den Fans ("Du bist der beste Mann") zuwinkte. Der Rauswurf sei jedenfalls ein "normaler Ablauf". "Dem Prozess kann sich keiner verschließen", betonte Sander.

Vor dem Spiel hatte sich der Trainer mit Clubchef Ulrich Lepsch noch zu einem Vier-Augen-Gespräch getroffen. "Wir haben festgestellt, dass wir beide Fehler gemacht haben. Keiner kann sagen, ich bin Herr Saubermann", berichtete Sander. Lepsch, der schon länger mit Sander im Clinch gelegen war, betonte: "Es waren allein sportliche Gründe entscheidend.

Sander ist damit der 317. Trainer in der Bundesliga-Geschichte, der vorzeitig seinen Platz auf der Bank räumen musste. Unmittelbar nach der Heimniederlage waren die Vereinsgremien zusammengekommen, um über die Zukunft des 46-jährigen Trainers zu beraten.

Sander war von Lepsch-Vorgänger Dieter Krein vor knapp drei Jahren zum Cheftrainer befördert worden und hatte die Nachfolge von Eduard Geyer angetreten. Er verhinderte den Abstieg der Cottbuser in die Regionalliga. Der Club und der Trainer schafften dann in der Saison 2005/06 die Rückkehr in die Bundesliga und in der vergangenen Saison den Klassenerhalt völlig überraschend schon drei Spieltage vor Saisonende.

Einen neuen Chefcoach präsentierte Energie noch nicht: "Das wäre taktlos gewesen", bemerkte Lepsch, der Manager Steffen Heidrich mit der Suche nach einem Sander-Nachfolger beauftragte. Ziel sei es "so schnell wie möglich" einen neuen Trainer zu finden. "Es wird keinen Nachfolger aus dem Verein geben, wir suchen eine Lösung von außen", verriet Lepsch. Im Kampf um den ersten Saisonsieg trifft der Tabellenletzte am Mittwoch auswärts auf Bayern München.
(apa/red)

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23.9.2007 13:27