Freitag, 21. September 2007

Rapid mit einem Bein in der Gruppenphase: Pacult warnt vor Rückspiel gegen Anderlecht

  • 'Ergebnis sehr gut, aber genau hier liegt auch Gefahr'
  • Trainer fürchtet Konterstärke der Belgier in Wien

Rapid hat die Tür zum erstmaligen Einzug in die Gruppenphase des UEFA-Cups weit aufgestoßen. Nach dem 1:1 im Hinspiel bei Anderlecht haben die Hütteldorfer für die Retour-Partie vor eigenem Publikum alle Trümpfe in der Hand, auch wenn Trainer Peter Pacult warnte: "Das Ergebnis ist für uns sehr gut, aber genau hier liegt auch die Gefahr."

So könnte im Hanappi-Stadion das Szenario eintreten, dass die Rapidler dem Gegner ins offene Messer laufen. "Die Belgier sind aus Kontern vielleicht gefährlicher als wenn sie das Spiel machen müssen", befürchtete Pacult, ergänzte aber auch: "Doch natürlich sind wir jetzt im Vorteil. Die Stimmung wird toll sein und es wird eine Mannschaft auf dem Feld sein, die voll motiviert in dieses Spiel geht."

Die Motivation war den Grün-Weißen schon in Brüssel nicht abzusprechen, allerdings hatte Rapid vor allem in der ersten Hälfte nach dem 0:1 in der 11. Minute durch Akin phasenweise große Probleme, ehe in der zweiten Hälfte eine klare Steigerung erfolgte. Pacult war jedoch schon mit der Leistung vor dem Seitenwechsel zufrieden.

"Wir haben in den ersten zehn Minuten gut begonnen, uns auch vom Gegentreffer nicht beirren lassen und versucht, nach vorne zu spielen. In der zweiten Hälfte haben wir noch mehr in das Offensivspiel investiert und sind dafür mit dem Tor belohnt worden", so die Analyse des früheren 1860-München-Trainers, der sich über das so heiß ersehnte Auswärtstor freute und von einem "über den gesamten Spielverlauf gesehen verdienten Resultat" sprach.

Problemzone Abwehr
Bei allem Jubel über das positive Ergebnis wurde aber auch wie schon beim 1:5 gegen Sturm Graz augenscheinlich, dass Rapid nach dem Kreuzbandriss von Markus Katzer auf der linken Abwehrseite ein Problem bekommen könnte. Gegen Anderlecht schlüpfte der gelernte Innenverteidiger Jürgen Patocka in diese Rolle und sah prompt beim Gegentreffer nicht gut aus. "Katzer ist für uns nicht zu ersetzen, aber er fällt eben sechs Monate aus, deswegen müssen wir auf dieser Position improvisieren. Aber jeder, der dort spielt, hat mein vollstes Vertrauen", versicherte Pacult.

Dies gilt natürlich auch für Steffen Hofmann, der Rapid per Freistoß die gute Ausgangsposition bescherte. Für den Mittelfeldspieler war es bereits der achte Treffer im siebenten internationalen Match in diesem Jahr. Warum es derzeit gerade auf europäischer Ebene so gut für ihn läuft, konnte sich der Deutsche selbst nicht ganz erklären. "Ich glaube, das ist einfach Zufall. Aber wenn man Tore in internationalen Spielen macht, gibt einem das fast noch mehr Auftrieb", erklärte der Deutsche.

Den Freistoß hatte Hofmann selbst herausgeholt, indem er dem ansonsten starken Argentinier Biglia den Ball abnahm und in der Folge vom U20-Weltmeister gefoult wurde. Unmittelbar vor seinem Tor hatte der 27-Jährige bereits eine positive Vorahnung. "Ich habe mich gut gefühlt und bin schon mit einer Euphorie zum Freistoß gegangen."

So wie sein Trainer hob aber auch Hofmann im Hinblick auf das Rückspiel mahnend den Zeigefinger. "Im zweiten Spiel müssen wir eine konzentrierte Leistung zeigen, sonst erleben wir eine böse Überraschung."

(apa/red)

21.9.2007 10:36