Mittwoch, 19. September 2007

Zittersieg von Real & Fehlstart für Chelsea:
'Blues' gegen Trondheim nur unentschieden

  • CL: Titelverteidiger Milan mit Heimsieg über Benfica
  • Harnik bei Real-Erfolg über Bremen nur auf Bank

Die erste Nacht in der Champions League hat am Mittwoch alles geboten, was den Fußball so beliebt und reizvoll macht. Wie meistens gab es erwartete Erfolge und Überraschungen. Während Titelverteidiger AC Milan (Gruppe D) und Rekord-Gewinner Real Madrid (C) gegen Benfica Lissabon bzw. Werder Bremen daheim jeweils 2:1 gewannen, fabrizierten die Engländer einen Fehlstart. Chelsea FC (B) musste sich zu Hause gegen Rosenborg Trondheim ebenso mit einem 1:1 begnügen wie der heurige Finalist Liverpool FC (A) in Porto.

Sowohl in San Siro als auch im Bernabeu brachten die wichtigen zweiten Treffer Jubiläen für die Schützen. Rossoneri-Goalgetter Filippo Inzaghi erzielte sein insgesamt schon 60. Tor im Europacup und der Niederländer Ruud van Nistelrooy trug sich in der "Elite-Liga" immerhin auch bereits zum 50. Mal in die Scorer-Liste ein. Während der Italiener zum 2:0 traf, erlöste der Oranje das Weiße Ballett in dessen 300. Europacup-Spiel erst in der 74. Minute beim Stande von 1:1 zum 2:1.

Für Milan-Trainer Carlo Ancelotti war aber nicht Stürmer "Pipo", sondern Andrea Pirlo der Mann des Abends in Mailand. "Er hat ein Tor erzielt, eines vorbereitet und die Bälle toll verteilt. Er ist für uns unersetzbar und bildet mit Kaka ein ideales Duo", lobte der frühere italienische Teamspieler. In Madrid erwiesen sich Raul und Van Nistelrooy, die jeweils den Treffer ihres Sturm-Kollegen vorbereitet hatten, laut der Zeitung "Marca" (Mittowch-Ausgabe) an diesem Abend als "tödliches Paar". Trotzdem war der deutscher Real-Trainer Bernd Schuster nach seiner Champions League-Premiere nicht restlos zufrieden.

Sein Team habe sich den Sieg erarbeitet. Er stellte fest: "Wir sind noch nicht so weit, wie ich es mir vorstelle. Bremen hatte Chancen, auch durch dumme Abspielfehler von uns. Nach dem 1:1 stand das Spiel länger auf der Kippe. Die Gäste waren stets gefährlich." Die Hanseaten (Martin Harnik wärmte zwar auf, kam aber nicht zum Einsatz) gestalteten die Partie unerwartet offen und haderten letztlich auch ein wenig mit ihrem Schicksal. "Es ist schon Ärger da. Mit mehr Konsequenz im Abschluss wäre mehr möglich gewesen", resümierte Werder-Manager Klaus Allofs.

Chelsea blamiert sich gegen Rosenborg
Der ebenfalls 60. Europacup-Treffer von Andrej Schewtschenko war für Chelsea FC (ohne Drogba, Lampard und Ballack) an der Stamford Bridge zu wenig. Der haushohe Favorit musste sich gegen Außenseiter Rosenborg Trondheim, der von der 24. bis 53. Minute sogar geführt hatte, mit einem enttäuschenden 1:1 begnügen. Es war der erste Punkt eines norwegischen Vertreters auf der Insel im 19. Anlauf und für den regierenden Meister der vierte Zähler im 25. Gruppen-Spiel.

Chelsea-Coach Jose Mourinho, der auf die verletzten Drogba und Lampard hatte verzichten müssen, brachte seine Enttäuschung so auf den Punkt: "Wir haben aus 20 Chancen kein zweites Tor erzielt und bei der Chance des Gegner das Tor nicht verhindern können."

Liverpool macht einen Auswärtspunkt
Nicht gut aus den Startlöchern und auf den Weg zum Moskauer Endspiel am 21. Mai kam auch Liverpool, der Champions League-Gewinner von 2005. Gegen FC Porto, den Vorgänger der "Reds", reichte es auswärts nur zu einem Punkt, den der Niederländer Dirk Kuyt mit dem Ausgleich per Kopf zum 1:1 fixierte. Die Engländer sind in Portugal seit nunmehr 23 Jahren sieglos und verloren diesmal nicht nur Punkte, sondern auch Jermaine Pennant durch die gelb-rote Karte.

"Der Ausschluss hat uns nicht geholfen. Wir machten mehr für das Spiel und hatten gefährliche Aktionen. Daher hätten wir den Sieg verdient", meinte Porto-Trainer Jesualdo Ferreira. Und Reds-Kapitän Steven Gerrard gab zu: "Ein Punkt auswärts ist zwar gut, aber es war enttauschend wie wir gespielt haben."

Während es im Pool A mit Olympique Marseille (2:0 daheim gegen Besiktas Instanbul), im B mit Valencia CF (1:0 auf Schalke) und im C mit Real Madrid nach der ersten Runde jeweils alleinige Tabellenführer gibt, liegen in Gruppe D zwei Vereine mit drei Punkten gleichauf. Nicht Titelverteidiger Milan, sondern Bullen-Bezwinger Schachtjor Donezk steht auf Platz eins. Die Ukrainer, für die der Brasilianer Brandao und Lucarelli in der Anfangsphase innerhalb von 94 Sekunden trafen, ließen vor eigenem Publikum Celtic Glasgow keine Chance.

Die Gruppe B-Partie zwischen Olympiakos Piräus und Lazio Rom war deshalb bemerkenswert, weil die Griechen mit einer Stadion-Sperre belegt worden waren.

(apa/red)

19.9.2007 14:12