Mittwoch, 19. September 2007

GAK-Aufsichtsrat beruft Sondersitzung ein:
Liquidation der AG steht zur Diskussion

  • "Keine unmittelbare Aufgabenstellung der AG mehr"
  • "Wir wollen die alte Geschichte endlich beenden"

Die GAK-Fußball-AG wird zu einer außerordentlichen Hauptversammlung in Graz zusammenkommen. Behandelt werden dabei die Auswirkungen auf die Aktiengesellschaft, nachdem der bis vergangenen Juni in der Bundesliga spielende Verein wegen seiner Finanzprobleme keine Lizenz mehr bekommen hat und in die Regionalliga abgestiegen ist. Geprüft wird eine Fortführung, die Liquidation oder die Umwandlung der Gesellschaft in eine GesmbH.

Die GAK-AG war im Herbst 2002 unter dem damaligen Präsidenten Rudi Roth gegründet worden, ein Jahr später schafften die Grazer das Double. Im April 2005 stieg das Sportvermarktungs-Unternehmen IMG beim GAK ein und garantierte für einen Zehn-Jahres-Vertrag Einnahmen von 50 Mio. Euro. Schon im August 2006 stieg IMG nach Ungereimtheiten aber wieder aus dem Vertrag aus und der Verein schlitterte in die Insolvenz, die 2007 nach turbulenten Monaten mit dem Abstieg in den Amateurfußball endete.

"Aufgabe der AG war es, den Nachwuchs zu fördern und später an den Erlösen der Transfers beteiligt zu sein. Diese Aufgabe der AG ist nach der Lizenz-Verweigerung nicht mehr erfüllbar", erklärte der AG-Vorsitzende, Gunter Nitsche gegenüber der APA. "Durch die fehlende Lizenz sind alle Spieler automatisch frei, dadurch hat sich das Erlös-Potenzial in Luft aufgelöst", bezog sich Nitsche auf Fußballer wie Zlatko Juzunovic, Andreas Schranz (beide nach Kärnten) oder Mario Sonnleitner (Sturm).

Wert der Spieler als einziges Vermögen
Nitsche meldete in diesem Zusammenhang freilich auch rechtliche Bedenken an den Statuten der Fußball-Bundesliga an. "Ein Fußball-Verein hat den Wert der Spieler als einziges Vermögen. Wenn der Verein nicht mehr in der Bundesliga spielt, verliert er also sein gesamtes Vermögen, das ist überprüfungsbedürftig", so Nitsche.

Am 24.9. soll nun besprochen werden, ob es Sinn macht, die AG weiterzuführen. "Die AG ist nicht überschuldet, sie hat nur keine unmittelbare Aufgabenstellung mehr", so Nitsche. Forderungen der AG an den Verein schließt Nitsche aber dezitiert aus.

Fischl will mit Altlasten nichts zu tun haben
Das ist deshalb wichtig, weil der seit August wieder am GAK-Ruder sitzende Ex-Präsident Harald Fischl laut eigenen Angaben womöglich noch immer mit Altlasten konfrontiert ist, "mit denen wir nichts zu tun haben wollen". Gemeint sind offensichtlich frühere GAK-Funktionäre, die auch in der AG sitzen. Sollte es tatsächlich weiter Forderungen an den GAK geben, sei der Verein gefährdet, was er nicht zulassen werde, so Fischl.

Dass diese Aktionäre aus ihrem einstigen Fruchtgenuss nun keine Erträge mehr zu erwarten hätten, sei nicht das Problem des GAK, so Fischl. "Wenn aus weiteren Altlasten-Forderungen die Vitalität des Vereins gefährdet ist, werden wir uns wehren, denn diese können wir aus dem laufenden Budget keinesfalls decken", drohte Fischl, der aber unbedingt den konstruktiven Verhandlungs-Weg gehen will. "Und diesbezüglich habe ich ermutigende Signale bekommen." Fischl: "Wir wollen die alte Geschichte endlich beenden. Und wir machen sicher keine Schulden mehr."
(apa/red)

19.9.2007 11:50