Freitag, 21. September 2007

Rapid-Fans in Brüssel festgenommen: Nach Handgemenge mit belgischen Polizisten

  • Clubservice-Leiter erwirkte vorzeitige Freilassung

Im Vorfeld des UEFA-Cup-Spiels zwischen Anderlecht und Rapid haben sich in Brüssel unschöne Szenen abgespielt. Unmittelbar vor dem Constant-Vanden-Stock-Stadion kam es zu Zusammenstößen zwischen mitgereisten grün-weißen Fans und der zahlreich erschienenen Polizei, die 17 Personen vorübergehend in Gewahrsam nahm. "Die Polizei war sehr streng und hat null Toleranz gezeigt. Zwei bis drei von den 17 Fans haben nicht einmal gewusst, warum sie zum Handkuss gekommen sind", berichtete Rapids Clubservice-Leiter Andy Marek.

Aufgrund einer neuen Präventivhaft-Regelung, die in Belgien nach den Ausschreitungen zwischen Anderlecht und Fenerbahce im vergangenen August eingeführt wurde, wären die Anhänger eigentlich zwölf Stunden in Polizeigewahrsam geblieben - dass sie schließlich doch noch bald nach dem Schlusspfiff die Heimreise antreten durften, hatten sie vor allem Marek zu verdanken.

Der "Fan-Beauftragte" von Rapid schaffte es nach langwierigen Gesprächen mit der Exekutive, die vorzeitige Freilassung zu erwirken. "Ich habe mit allem, was in meiner Macht steht versucht, sie freizubekommen. Alle konnten wie geplant heimreisen", erzählte Marek. Er hatte den Beginn der Ausschreitungen gar nicht mitbekommen. Der Niederösterreicher traf später als geplant beim Stadion ein, weil es bereits Probleme mit dem Transport aller Fans via Bus von der Brüsseler Innenstadt zum Stadion gegeben hatte.

Streit über Anreise-Bestimmungen
"In einem Lokal in der Innenstadt waren 200 Rapid-Fans. Zwischen 40 und 50 davon wollten mit der U-Bahn ins Stadion fahren, obwohl im vorhinein ausgemacht war, dass alle mit dem Bus anreisen müssen", nannte Marek den Grund warum es schon dort zu ersten "für die folgenden Probleme wohl entscheidenden Meinungsverschiedenheiten" mit der belgischen Polizei gekommen war. "Die Situation hat sich danach immer mehr aufgeschaukelt."

Knapp 1.000 Fans waren Rapid in die belgische Hauptstadt gefolgt, der Großteil von ihnen wurde auf einem eigenen abgesperrten Parkplatz von einem Großaufgebot von Polizisten, die ähnliche Ausschreitungen wie gegen Fenerbahce verhindern wollten, empfangen. Nach den ersten Feindseligkeiten gingen die Beamten sofort mit aller Schärfe vor, sogar Wasserwerfer wurden in Stellung gebracht, schließlich aber nicht eingesetzt. Ein Rapid-Fan wurde von einem Polizeihund gebissen und daraufhin von Rapids Teamarzt behandelt.

Aus Protest gegen die Festnahmen verließen knapp 400 grün-weiße Anhänger knapp nach Spielbeginn wieder die Tribüne und blieben zunächst im Stadion-Inneren. Mit ihrer Rückkehr in der Pause setzten auch wieder lautstarke Sprechchöre ein, die Steffen Hofmann und Co. in den ersten 45 Minuten vermisst hatten. "Als die Fans in der zweiten Hälfte wieder da waren, haben sie uns sehr geholfen", meinte der Deutsche.

(apa)

21.9.2007 11:21