Tschetschene im 'Politkowskaja-Fall' ange- klagt: Russische Journalistin umgebracht
- Zu regierungskritisch? Vor 1 Jahr Opfer eines Mordes
- Putin-Kritiker: Wo bleibt Schutz der Meinungsfreiheit?
Im Fall des Mordes an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja ist ein früherer tschetschenischer Verwaltungsbeamter angeklagt worden. Shamil Burajew, einst Verwaltungschef der tschetschenischen Region Atschchoi-Martan, werde Komplizenschaft vorgeworfen, sagte sein Anwalt der Nachrichtenagentur Interfax.
Die Staatsanwaltschaft sei der Auffassung, dass Burajew die Adresse der regierungskritischen Journalistin herausgefunden und den Mördern mitgeteilt habe. Der im letzten Monat festgenommene Burajew hat sich für unschuldig erklärt.
Politkowskaja war heute vor einem Jahr in ihrem Wohnhaus in Moskau erschossen worden. Sie hatte kritisch über die Zustände in Tschetschenien und über den russischen Präsidenten Wladimir Putin berichtet und war international mehrfach ausgezeichnet worden.
Kritiker warfen Putin nach dem Mord vor, zu wenig für den Schutz der Meinungsfreiheit in Russland zu tun. Die russische Staatsanwaltschaft hatte erklärt, dass Politkowskaja von einer Gruppe Krimineller ermordet wurde. Auch frühere und noch aktive Gesetzeshüter seien beteiligt gewesen. (apa)
