Nach Festnahmen durch Militärregime: UNO zeigt sich besorgt über die Lage in Burma
- Erneuter Protestzug buddhistischer Mönche in Rangun
·Beratungen über neue Iran-Sanktionen
Rice und Kouchner über härteres Vorgehen einig
·Afghanistan-Einsatz der UNO verlängert
Sicherheitsrat besorgt über steigende Gewalt
Die Vereinten Nationen sind zunehmend besorgt über die Lage in Burma (Myanmar). Das dortige Militärregime hat seit Beginn der oppositionellen Demonstrationen vor einem Monat zahlreiche Festnahmen vorgenommen. Buddhistische Mönche bereiteten in Rangun wieder einen Protestzug vor. Zuletzt säumten rund 5:000 Menschen einen Demonstrationszug des Klerus zur goldenen Shwedagon-Pagode.
Der stellvertretende UNO-Generalsekretär Ibrahim Gambari sagte vor dem Weltsicherheitsrat in New York, die Entwicklung in dem südostasiatischen Land gebe Anlass für wachsender Besorgnis. Die USA waren zuletzt im UNO-Sicherheitsrat mit einer gegen die burmesische Junta gerichteten Resolution am gemeinsamen Veto Russlands und Chinas gescheitert. Nach dem mehrmals abgeschwächten US-Entwurf hätte die burmesische Führung aufgefordert werden sollen, die Unterdrückung von Demokratieaktivisten und die Verfolgung ethnischer Minderheiten einzustellen.
1988 hatte das Militär prodemokratische Demonstrationen in einem Blutbad mit Tausenden von Toten niedergeschlagen. Dem burmesischen Regime werden schwerste Menschenrechtsverstöße zur Last gelegt, insbesondere Zwangsarbeit, Folter, brutale Verfolgung von ethnischen Minderheiten, Missbrauch von Kindersoldaten und Unterdrückung der Demokratiebewegung. Die Nationale Liga für Demokratie NLD der unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hatte 1990 Wahlen zu einer Verfassunggebenden Nationalversammlung mit Vierfünftelmehrheit gewonnen, doch hatte das Militär die Machtübergabe verweigert.
Die nunmehrige Protestbewegung, die durch Beteiligung der Geistlichkeit erhöhte Brisanz erhält, begann am 19. August mit einer Demonstration gegen eine drastische Erhöhung der Treibstoffpreise in Rangun. (apa)
