Was soll bei der ÖVP geändert werden: Pröll
über Ergebnisse der "Perspektivengruppe"
- VP-Vizeobmann Pröll: "Molterer wird überrascht sein"
- "Will Ergebnisse nicht im Parteivorstand durchkauen"

In einem Interview im neuen "profil" betont ÖVP-Vizeobmann Josef Pröll, dass er die Ergebnisse der von ihm geleiteten ÖVP-Perspektivengruppe vor der Präsentation am 1. Oktober "sicher nicht im Parteivorstand durchkauen" lassen will: "Ich habe Wert darauf gelegt, dass die Perspektivengruppe Freiräume bekommt." Selbst mit dem Parteichef will Pröll sich nicht absprechen: "Auch Molterer wird von Forderungen überrascht sein. Ich leite die Perspektivengruppe und ziehe die Schlüsse."
Den größten Änderungsbedarf für die ÖVP sieht Pröll darin, Grundwerte weiterzuentwickeln und etwa über eine Möglichkeit zu diskutieren, Homosexuelle nicht zu diskriminieren. Mit Österreichern verheiratete Ausländer sollen die Möglichkeit zum Arbeiten bekommen. Auf dieser Forderung beharrt Pröll trotz der Einwände von Innenminister Günter Platter. Auf der anderen Seite will er "Hausfrauen und Mütter aufwerten", etwa durch das Steuersystem - er hält die Familienbesteuerung für ein wichtiges Thema.
Als seine persönliche Lehre aus den Perspektivengruppen führt Pröll im "profil"-Interview an: "Wir alle haben ab 2000 Tempo gemacht und das Erklären vernachlässigt. Nicht nur das Ergebnis zählt, man muss die Leute in der Diskussion mitnehmen. Auch der Weg ist das Ziel. Das habe ich unterschätzt."
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