Mittwoch, 12. September 2007

Angeklagt: Roland H., Polizei-Chef

  • Exklusiv: Der Prozess - Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Horngacher. Die Fakten zum Prozess.

Anklage 1: Der ehemalige Top-Fahnder soll sich von Ex-Bawag-Boss Elsner bestechen haben lassen.
Anklage 2: Der General soll kriminelle Kontakte zu diversen Geschäftsleuten gepflegt haben.
Anklage 3: Und Horngacher wird vorgeworfen, Inhalte aus Geheimakten weitergegeben zu haben.

So hoch ist er aufgestiegen, so tief gefallen: Roland Horngacher. So lange galt er als Toppolizist, so märchenhaft verlief seine Karriere – so massiv war schließlich sein „Crash“.

Hat der ehemalige Starfahnder jahrelang ein Doppelleben geführt, nach außen hin den harten Ermittler gemimt und nebenbei unsaubere Geschäfte betrieben?

Prozess dauert sechs Tage. Ab 5. Oktober 2007 wird dem im August 2006 suspendierten General nun im Wiener Landesgericht der Prozess gemacht – Richter Roland Weber hat bereits sechs Tage für die Verhandlung angesetzt. Ein Zeichen dafür, dass das Indizienmaterial umfassend sein dürfte.

Was sind die Vorwürfe gegen Horngacher, welcher Delikte soll er sich schuldig gemacht haben?

Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Landespolizeikommandanten mehrfachen schweren Amtsmissbrauch, das Verbrechen der unerlaubten Geschenkannahme in zahlreichen Fällen sowie willkürliches behördliches Vorgehen gegen Ausländer vor. Dem Angeklagten drohen damit bis zu fünf Jahre Haft.

Erstes Thema im Prozess wird Horngachers vermutetes Naheverhältnis zu Ex-Bawag-Boss Helmut Elsner sein. Erhebungsergebnisse lassen nämlich darauf schließen, dass der General – der einst Chef der Wirtschaftspolizei war – seit 1999 kriminelle Kontakte zu dem Banker gepflegt haben könnte.

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12.9.2007 17:28