Mittwoch, 12. September 2007

Generationenkonflikt: Die ergrauten Grünen

Warum sich die Grünen mit der Altersstruktur ihrer Mandatare beschäftigen müssen. Die Jungen drängen jetzt auf rasche Erneuerung.

Das Thema werden sie nicht mehr los, auch wenn es der grünen Spitze offensichtlich ziemlich unangenehm ist: Die Grünen sind alt geworden und haben ein Problem mit dem Nachwuchs. Vor mehr als einem Jahr forderte die Wiener Landtagsabgeordnete Marie Ringler, 32, erstmals eine „Quote für Junge“ (NEWS 19/06). Dann folgten der frühere Bundessprecher Christoph Chorherr, 46, der seiner Partei eine Quote zur personellen Erneuerung empfahl, und das grüne „Urgestein“ Johannes Voggenhuber, 57, der in seiner Partei „einen gefährlichen Ermüdungsprozess“ konstatierte.

Unter dem wachsenden Druck wurde schließlich vor dem Sommer eine parteiinterne Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit der Verjüngung der Grünen auseinandersetzt. Bei der Klausur diese Woche werden erste Vorschläge der sechsköpfigen Gruppe diskutiert. „Natürlich haben die Angesprochenen das nicht so lustig gefunden“, sagt Ringler, „aber die Politik der kleinen Nadelstiche hat gefruchtet. Ich freue mich, dass sich etwas bewegt.“ Nun kann sich sogar die grüne Vizechefin Eva Glawischnig eine Quote für Junge vorstellen.

Die grünen Oldies. Einer der langdienenden Mandatare, der 56-jährige Karl Öllinger, seit 1994 Nationalratsabgeordneter, findet es zwar „wichtig, dass junge Menschen gefördert werden und über junge Mandatare nachgedacht wird“. Aber einer fixen Quote kann er nichts abgewinnen: „Wir haben bereits eine Frauenquote für unsere Kandidatenlisten, mit jeder weiteren Quote würde unser System viel zu kompliziert werden.“

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12.9.2007 16:30