Andi Herzog: Teamchef in Reserve

Der Rekordteamspieler und Hickersberger-Assistent glaubt trotz aller Tiefschläge felsenfest an die junge ÖFB-Auswahl.
Zur Feier des Tages hat Andi Herzog geplant, mit einigen Spielern laufen zu gehen. Den Trainingsanzug hat er an, ist weder rasiert noch frisiert. Würden nicht zwei Freunde im ÖFB-Mannschaftshotel laut Happy Birthday singen, kaum jemand hätte daran gedacht, dass der Teamtrainer-Assistent zwei Tage vor dem Chile-Spiel seinen 39. Geburtstag feiert.
Bindeglied zwischen Trainer & Team. Nur drei Jahre ist es her, dass Herzog seine Spielerkarriere beendet hat. Im Teamdress stand er zum letzten Mal am 30. April 2003 beim 2:0-Sieg gegen Schottland auf dem Feld. Mit dabei auch Martin Stranzl und René Aufhauser, die nun zu seinen Schützlingen zählen. Dass sogar der nur um ein Jahr jüngere Ivo Vastic wieder ein Thema für das Team ist, stimmt den Rekordnationalen nicht nostalgisch. Als Aktiver, so betont er, wäre er mittlerweile zu alt. Als Trainer steht er aber noch ganz am Anfang.
Herzog ist Bindeglied zwischen Mannschaft und Teamchef. Als Assistent vertritt er Josef Hickersberger bei Terminen, sieht sich Spiele an, ist einer der Ersten, die Martin Harnik per SMS zu seinem Bremen-Tor gratulierten, einer von wenigen, die Emanuel Pogatetz zu seiner Pardonierung beglückwünschten. Er motiviert und leidet auf beiden Seiten, versucht das, was er in seiner Karriere erlebt hat, als Trainer umzusetzen. Ich muss mich noch entwickeln, gibt er zu, aber ich habe am Platz mehr mitgemacht und gelernt als andere, die 15 Jahre auf der Betreuerbank sitzen.
Lernen für das große Karriereziel. In 28 Jahren als Spieler bei Rapid, Bremen, Bayern München und Los Angeles Galaxy sowie in 103 Länderspielen hat Herzog viele Trainer miterlebt, und da gibt es einige, da weiß ich, so will ich nicht werden. Sein Vorbild ist Otto Rehhagel, wegen seines Verhältnisses zu den Spielern, das Praktikum für eine UEFA-Lizenz würde er gern bei Thomas Schaaf in Bremen machen, weil er mit seiner Mannschaft wunderbaren Fußball spielt. Von Hicke lernt er Emotionales: Manchmal hab ich mir gedacht, da hätte ich anders reagiert. Im Nachhinein hat sich gezeigt, dass er Recht hatte.
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