Udo Jürgens: Meine vergessenen Kinder

NEWS mit dem Star in der Ukraine der erste Besuch in seinem Waisenhaus für Tschernobyl-Opfer. Plus: Das Interview über Charity und ihre Schattenseiten, falsche Stars, große Sex-Lügen und das Ende der Popmusik.
Straße des 1. Mai, Nr. 56, Tschernigow, Ukraine: Die Fassade des örtlichen Waisenhauses ist frisch verputzt, das Dach lückenlos abgedichtet, der Sanitärtrakt von Grund auf erneuert. In den Gängen riecht es nach Putzmittel. Früher stank es nach Moder.
Bittere Armut, Hunger, katastrophale bauliche Zustände mein erster Besuch hat mich erschüttert, schildert Walter Faßbender, der im Auftrag der Udo-Jürgens-Stiftung das Waisenhaus in der ukrainischen Provinzstadt (hundert Kilometer von Tschernobyl entfernt) inspizierte und den Wiederaufbau der postkommunistischen Kinder-Ruine koordinierte.
160 elternlose Buben und Mädchen, die jüngsten Babys, die ältesten 20, alle sehbehindert, viele mehrfach gehandicapt, die meisten späte Opfer der Verstrahlung: Dank den Zuwendungen aus der Stiftung konnte für sie endlich ein menschenwürdiges Wohnumfeld samt Schulklassen geschaffen werden, so Faßbender.
200.000 Euro stellte der Hilfsfonds des Stars zur Verfügung, einen Gutteil des Geldes steuerte Jürgens selbst bei. Nun besuchte er erstmals seine Kinder, um sich von den Baufortschritten ein Bild zu machen.
Im großen NEWS-Interview erzählt er, weshalb er sich trotz seiner zwiespältigen Haltung gegenüber Charity-Events auf den Weg Richtung Osten machte, wie sehr ihn die einschlägigen Udo-Klischees nerven und weshalb ihm die heutige Popindustrie Angst macht.
NEWS: Herr Jürgens, was bedeutet Ihnen diese Reise?
Jürgens: Egal, was ich jetzt sage, es klingt abgegriffen. Und wenn ich jetzt auch noch sage, dass ich etwas zurückgeben will, so hört sichs sogar saublöd an. Ich habe mich deswegen auch jahrelang gewehrt, für meine Stiftung Werbung zu machen, mir war der Peinlichkeitsfaktor zu hoch. Aber irgendwann muss man doch den offenherzigen Menschen, die uns Geld schicken, auch zeigen, was damit passiert.
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