Mittwoch, 12. September 2007

Cecilia Bartoli - Geheimnisse einer Diva

Die italienische Mezzosopranistin gilt als eine der faszinierendsten Persönlichkeiten auf europäischen Opern- und Konzertbühnen. Ihr offizielles Debüt gab sie 1985 an der Oper in Rom. Sie machte sich vor allem als Mozart- und Rossini-Interpretin einen Namen.
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Biografie

Die 1966 als Tochter der Sänger Angelo Bartoli und Silvana Bazzoni in Rom geborene Cecilia Bartoli erhielt ersten Gesangsunterricht bei der Mutter. Ihren ersten öffentlichen Auftritt absolvierte sie im Alter von neun Jahren als Hirtenjunge in „Tosca“ in ihrer Heimatstadt, wo sie daraufhin als Teenager am Conservatorio di Santa Cecilia studierte, bis sie sich mit ersten Auswärtsengagements auf die professionelle Bühne wagte. Als Bartoli mit 19 Jahren bei einer Talentshow im italienischen Fernsehen mitwirkte, sah Riccardo Muti ihren Auftritt und bat sie sofort zum Vorsingen an die Mailänder Scala. Bald darauf wurde sie von Herbert von Karajan gebeten, bei den Salzburger Osterfestspielen 1990 mitzuwirken, was allerdings durch den Tod des Dirigenten nicht zustande kam. Zur gleichen Zeit jedoch trat sie in einer Sendung des französischen Fernsehens zu Ehren von Maria Callas auf – so wurde der Dirigent Daniel Barenboim auf sie aufmerksam.

Zu den künstlerischen Höhepunkten dieser Jahre gehörten die Zerlina in Mozarts „Don Giovanni“ (Muti Strehler) an der Scala und bei den Salzburger Festspielen (Barenboim Chéreau), der Cherubino in Mozarts „Le nozze di Figaro“ (Harnoncourt Ponnelle) am Opernhaus Zürich, die Titelrolle in Rossinis „La Cenerentola“ (Chailly de Simone) am Teatro Comunale di Bologna und die Despina in einer Muti de Simone-Produktion von Mozarts „Così fan tutte“ am Theater an der Wien in Wien. Ihr Debüt an der Metropolitan Opera in New York City gab Bartoli ebenfalls als Despina in einer Neuinszenierung von „Così fan tutte“ (Levine Koenig). Als Rosina im Rossinis „Il Barbiere di Siviglia“ stand sie in Zürich, Barcelona, Hamburg, Rom, Lyon, Houston und Dallas auf der Bühne, und als Cenerentola kehrte sie 1997 nach einem Intermezzo in München wieder an die Met zurück, um sie dort unter der Ägide von James Levine in der Inszenierung von Cesare Lievi erstmals auf der Bühne dieses Hauses überhaupt zu präsentieren. So entwickelte sich Bartoli zu einem Superstar der klassischen Musik mit umjubelten Gastspielen, Tourneen und CDs, die sich in Popdimensionen verkaufen.

Das alles wäre kaum möglich gewesen, wenn Bartoli nicht von Anfang an mit Neugier und stetem Innovationsdrang an sich und ihrem Repertoire gearbeitet hätte. Sie grub sich in Archive ein und sammelte verkannte und unbekannte Werke, die sie neben den Hits veröffentlicht. Bartoli ist deshalb nicht nur eine der berühmtesten, sondern auch eine der vielseitigsten Sängerinnen ihrer Zeit. Das zeigt sich auch an der prominenten Riege ihrer Begleiter, darunter die Stardirigenten Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Nikolaus Harnoncourt, Christopher Hogwood, James Levine, Neville Marriner, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Giuseppe Sinopoli und Georg Solti. Seit 1988 steht sie exklusiv bei Decca unter Vertrag und hat seitdem eine vielfältige Diskografie aufgebaut. Zu ihren Opernaufnahmen zählen Rossinis „Il Barbiere di Siviglia“ (Patanè) und „La Cenerentola“ (Chailly), Mozarts „La Clemenza di Tito“ (Hogwood), Haydns „Orfeo“ (Hogwood) sowie ein Gastauftritt mit Luciano Pavarotti und Mirella Freni in Puccinis „Manon Lescaut“ (Levine).

Dazu kommen zahlreiche Solo-Aufnahmen, die vielfach mit Preisen ausgezeichnet wurden, etwa drei Rossini-Alben („Arias“, „Songs“ und „Heroines“), zwei Mozart-Programme („Arias“ und „Portraits“, das sich allein in den Vereinigten Staaten mehr als 200.000 Mal verkaufte), die Sammlung „Arie antiche“ sowie die Zusammenstellung „Chant d´amour“ mit französischen Liedern unter der Leitung von Myung-Whun Chung. Neben dem Deutschen Schallplattenpreis, La Stella d´Oro (Italien), dem Caecilia-Preis (Belgien), dem Diapason d´Or (Frankreich), der Auszeichnung „Beste Klassik-CD des Jahres“ (England) und dem niederländischen Edison-Preis wurden Bartoli bereits vier Grammys in der Kategorie „Best Classical Vocal Performance“ zugesprochen: 1994 für ihr Album „Italian Songs“ mit András Schiff, 1997 für „An Italian Songbook“ mit Liedern von Bellini, Donizetti und Rossini mit James Levine am Klavier, 2000 für „The Vivaldi Album“, 2001 für „Gluck Italian Arias“. Das „Salieri Album“ (2003), das sie gemeinsam mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment unter der Leitung von Adam Fischer aufnahm, entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten klassischen Gesangsaufnahmen überhaupt. Ihr neues Album „Opera proibita“ mit Stücken von Georg Friedrich Händel, Alessandro Scarlatti und Antonio Caldara ist im September 2005 erschienen (2006 mit dem Echo Klassik Preis ausgezeichnet). Sie gab ihr erstes Konzert mit diesem Programm im August 2005 bei der RuhrTriennale, zusammen mit dem Schauspieler Peter Simonischek, der Texte und Gedichte aus dem Barock rezitierte.


Literatur

- Kim Chernin und Renate Stendhal: Cecilia Bartoli: Eine Liebeserklärung
ISBN 3518393855

- Manuela Hoelterhoff: Cecilia Bartoli
ISBN 3463403560


Cecilia Bartoli Fotogalerie

Hörproben auf music.networld.at:

Cecilia Bartoli sings Rossini Arias

Mozart Portraits

The Vivaldi Album

Live in Italy

Links

Interview mit Cecilia Bartoli

Offizielle Website von Cecilia Bartoli

Video: Konzert-Mitschnitt: Rossini - Bel raggio lusinghier

Video: Konzert-Mitschnitt: Agitata da due venti

Video: Konzert-Mitschnitt: Vivaldi


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Quelle:
viennaticketoffice.com
ticketinformation.de

12.9.2007 17:38