WHO - Klimawandel erhöht die Sterberate:
3% mehr Tote bei höherer Temperatur
- Änderung erfordert neue Anti-Epidemie-Maßnahmen
- Klimawandel auch als Ursache für neue Krankheiten?

·Wird unsere Adria zum Sumpfgebiet?
Experten schlagen wegen Wassertemperatur Alarm
·Wieder ein Sommer der großen Extreme
Hitzewelle in Österreich, Hochwasser in England
·Klimawandel bis 2050
ist "gut berechenbar"
Veränderungen sind Fakt:
Experte über die Folgen
Der Klimawandel beeinflusst die Sterberate in Europa. Bei jedem Grad mehr in der jährlichen Durchschnittstemperatur in Europa wächst die Sterberate um drei Prozent, sagte Roberto Bertollini, Direktor des Sonderprogramms für Umwelt und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bei einer nationalen Konferenz über den Klimawandel in Rom.
Bertollini wies darauf hin, dass klimatische Änderungen Ursache neuer Krankheiten seien. Dies müsse man bei der Ausarbeitung neuer Anti-Epidemie-Programme berücksichtigen. Er bezog sich insbesondere auf die norditalienische Adria-Region Emilia Romagna, in der seit August Verdachtsfälle des grippeähnlichen Tropenfiebers Chikungunya gemeldet wurden. Die Krankheit wird von der Tigermücke übertragen und führt zwei bis drei Tage nach dem Stich zu hohem Fieber und Abgeschlagenheit.
"Die Tigermücke ist nach Italien und in andere Länder gekommen, weil sie ein günstigeres Klima gefunden hat. Man muss Maßnahmen dagegen entwickeln", sagte Bertollini.
Bei der Konferenz über den Klimawandel in Rom haben italienische Experten diese Woche wegen der steigenden Temperaturen Alarm geschlagen. Die durchschnittlichen Werte erhöhten sich im vergangenen Jahrhundert in Italien um 1,4 Grad, im Rest der Welt um 0,7 Grad, berichtete der italienische Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio. (apa/red)
