Montag, 10. September 2007

Tirols Studenten haben ein Alkoholproblem:
Alarmierende 23 Prozent suchtgefährdet

  • Hoher Anteil nimmt auch regelmäßig Schmerzmittel
  • 11,1 Prozent haben engere Beziehung zu Marihuana

In Sachen Sucht wird in der öffentlichen Diskussion oft die Abhängigkeit von illegalen Drogen betont. Doch das größte Problem haben die Österreicher mit dem Alkohol. Mehr als ein Fünftel der Studenten der Universität Innsbruck berichteten in einer Umfrage mit einem wissenschaftlich fundierten Fragebogen von erheblichem Missbrauch, berichtet der Innsbrucker Psychologe und Drogenexperte Salvatore Giacomuzzi beim 3. Europäischen Kongress über Suchttherapie in Wien.

Die Erhebung ist brandaktuell. Im akademischen Jahr 2006/2007 wertete Giacomuzzi die Angaben von 873 Studenten zu ihrem Substanzkonsum aus. Der Experte in der Zusammenfassung seines Vortrages: "Der durchschnittliche Erstkontakt mit Alkohol erfolgte mit 15,5 Jahren. 2,5 Prozent der Studenten berichteten von täglichem Trinken. Der Anteil unter den Männern war höher als unter den Frauen."

Durchaus bedenklich dürfen folgende Ergebnisse der Untersuchung erscheinen: "22,8 Prozent der Studenten zeigten klinisch relevante Probleme mit Alkohol. 1,8 Prozent waren abhängig. Die gebräuchlichsten illegalen Drogen, die monatlich (zumindest einmal, Anm.) konsumiert wurden, waren Marihuana (11,1 Prozent), Amphetamine (0,1 Prozent), Ecstasy (0,9 Prozent), Kokain (2,2 Prozent), Crack (0,1 Prozent), Halluzinogene (2,4 Prozent), LSD (1,1 Prozent), GHB (Hydroxybutansäure; 0,3 Prozent) und Morphine (0,1 Prozent)." 28,2 Prozent der Studenten gaben an, jedes Monat Schmerzmittel zu nehmen.
(apa/red)

10.9.2007 15:31