Samstag, 15. September 2007

FMA-Dossier: Meinl Bank finanzierte laut
'profil' Flöttl-Spekulation mit MEL-Papieren

  • Investmentbanker erhielt 2005 250.000 Dollar Kredit
  • Meinl-Bank-Tochter hielt MEL-Papiere über 14,8 Mio. $

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellenAusgabe berichtet, erhielt Wolfgang Flöttl im März 2005 einen Kredit der Meinl Bank, um Wertpapiere der börsenotierten Immobiliengesellschaft Meinl European Limited (MEL) anzukaufen. Dies geht aus einem "profil" vorliegenden Schreiben der Meinl Bank an die Finanzmarktaufsicht vom 18. Mai 2006 hervor. Demnach gewährte die Bank dem damals angeblich mittellosen Investmentbanker über eine MEL Holdings Ltd. einen Kredit in der Höhe von 250.000 US-Dollar mit einer Laufzeit bis 31. März 2006. Die von Flöttl erworbenen MEL-Papiere wurden am 10. Oktober 2005 wieder verkauft, der Kredit wurde schließlich im März 2006 zurückgeführt. "Ein Wertberichtigungsbedarf war nicht gegeben", hält Bankier Julius Meinl V. in dem Schreiben an die FMA fest.

Die Behörde hatte die Bank im Zuge der Aufarbeitung des Bawag-Skandals im Mai 2006 aufgefordert, "Engagements der Meinl-Gruppe gegenüber Dr. Flöttl bzw. ihm nahe stehenden Gesellschaften und Personen" offenzulegen. Daneben wurden auch sonstige geschäftliche Aktivitäten der Bank in der Karibik abgefragt. Der Kredit für die MEL-Spekulationen war eines aus zahlreichen Geschäften, die Flöttl mit der Meinl Bank zwischen 2000 und 2006 unterhielt, wie profil bereits ausführlich berichtete. Aus dem Dokument geht darüber hinaus hervor, dass die Meinl Bank über ihre Karibik-Tochter Meinl Bank (Antigua) Ltd. zum 31. Dezember 2005 MEL-Papiere im Gegenwert von damals 14,78 Millionen Euro in den Büchern führte.

Wie "profil" weiters berichtet, hat MEL ab 2005 aufklärungswürdige Geldkreisläufe mit so genannten "Commercial Papers" in Gang gesetzt. Die Anleihen wurden jeweils zwei Monate nach ihrer Emission wieder getilgt. Bis Jänner 2007 wurden solcherart 9,6 Milliarden Euro auf dem Papier im Kreis bewegt, obwohl die Gesellschaft über erhebliche Barreserven verfügte. MEL musste für diese "Commercial Papers" laut Jahresabschluss 2006 einen Zinsaufwand in der Höhe von 17,209 Millionen Euro verbuchen.

MEL-Sprecher Rupert-Heinrich Staller wollte die Hintergründe nicht kommentieren. Staller gegenüber "profil": "Der gesamte Vorgang ist eine völlig normale Bilanztechnik. Details unterliegen dem Geschäftsgeheimnis." Die Belastungen für die Gewinn- und Verlustrechnung der Immobiliengesellschaft bezeichnet er wörtlich als "minimal".

Auf die Frage, wer die Papiere jeweils gezeichnet hat, verweist Staller auf das "Bankgeheimnis". Laut dem "profil" vorliegenden FMA-Dossier vom 18. Mai 2006 waren Ende 2005 Commercial Papers der MEL im Gegenwert von 1,2 Milliarden Euro bei der Meinl Bank (Antigua) Limited eingelagert.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen "profil"!

15.9.2007 12:07