Mittwoch, 12. September 2007

"Würden gerne kaufen": Russischer Ölproduzent Lukoil hegt Gelüste an OMV

  • Jedoch Kritik an österreichischem "Protektionismus"
  • ÖIAG versichert: Aktien stehen nicht zum Verkauf

Der zweitgrößte russische Ölproduzent, Lukoil, hat mit Übernahmegelüsten für den teilstaatlichen österreichischen Gas- und Ölkonzern OMV aufhorchen lassen. Wie aussichtsreich die Russen das selber zur Zeit aber einschätzen, verdeutlichte der Nachsatz des Lukoil-Vizechefs Leonid Fedun: Er beklagte sich im gleichen Atemzug über den "Protektionismus" der Europäer, der Übernahmen fast unmöglich mache.

In der OMV selbst zeigte man sich mehr oder weniger geschmeichelt ob der Avancen, sieht die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs an Lukoil aber denkbar gering. Auch die österreichische Staatsholding ÖIAG, mit 31,5 Prozent Hauptaktionärin der OMV, hat am Abend festgehalten, dass ihre Aktien nicht zum Verkauf stehen.

"Wir sind weder informiert noch involviert", betonte eine ÖIAG-Sprecherin zu dem Lukoil-Gusto auf die OMV. Es gebe auch keinen Privatisierungsauftrag zur OMV, so die ÖIAG-Sprecherin zur APA.

Die OMV wertet die Avancen des russischen Lukoil-Konzerns als Anerkennung ihrer Wachstumsstrategie und Übernahmepläne für die ungarische MOL. "Wir interpretieren das als klares Zeichen, dass unsere Stratege richtig ist, wenn wir uns durch die eigene Wachstumsstrategie und unsere Einladung an das MOL-Management, unsere Stärken zu bündeln, auf die Konsolidierung der Öl- und Gasindustrie in Zentraleuropa optimal vorbereiten", sagte OMV-Sprecher Thomas Huemer zur APA.

Die OMV verfüge außerdem über eine stabile Eigentümerstruktur. Die Großaktionäre würden "die Strategie des Unternehmen klar unterstützen", so der OMV-Sprecher. (apa/red)

12.9.2007 21:43