16.9.2007 19:49

Stickler stellt Linz an den Pranger: Der ÖFB-
Boss geht mit dem Stürmer hart ins Gericht

  • Oberster Fußball-Chef sagt Ja zu "Oldies" im Team
  • Mannschafts-Hierachie: "Team braucht ein Rückgrat"

Friedrich Stickler, der Präsident des ÖFB, hat harte Kritik an Teamstürmer Roland Linz geäußert. "Einsatz und Engagement sind in unserem Team ein großes Problem. Und in dieser Richtung hat mir Roland Linz so etwas von nicht gefallen. Er hat in der Nationalmannschaft eine Darbietung gezeigt, dass man sagen muss, eigentlich interessiert es ihn nicht", meinte Stickler in der ORF-TV-Sendung "Sport am Sonntag" als Reaktion auf die beiden jüngsten schwachen Darbietungen gegen Japan und Chile.

Stickler sieht eine große Diskrepanz zwischen den Leistungen von Linz in der portugiesischen Liga sowie denen im Nationalteam. "Das kann auch seinem Manager nicht egal sein", meinte Stickler in Richtung Linz-Manager Skender Fani. Gegen Japan war Linz in der 59. Minute eingewechselt, gegen Chile in der 74. Minute ausgewechselt worden.

Dass Linz nun von Teamchef Josef Hickersberger eine Nachdenkpause bekommen soll, fordert Stickler jedoch nicht. "Ich bin kein Über-Teamchef und kann ihm nicht vorschreiben, wen er einberufen soll. Aber Linz ist ein Spieler, bei dem ich es besonders am Namen festmache, dass es so nicht gehen kann."

Auch zu der in der Öffentlichkeit immer wieder geführten Diskussion um eine Reaktivierung von Vastic, Kühbauer und Co. zeigte sich Stickler offen. Ohne Namen zu nennen, sprach Stickler ein Ja zu eventuellen "Oldies" aus. "Die Mannschaft braucht ein Rückgrat. Die Frage ist nicht, wie alt die Spieler sind. Die Frage ist, ob sie mit ihrer Erfahrung der Mannschaft helfen können."

Stickler sprach auch einmal mehr von "zwei fehlenden Generationen" im österreichischen Fußball: "Bei uns gibt es eine zu große Schere zwischen 20 und 36 Jahre alten Spielern. Diese Generationen kann man nicht einfach so herbeizaubern."

Die durch das ÖFB-Präsidium von Teamchef Hickersberger eingeforderte Bestandsaufnahme des Nationalteams werde es laut Stickler "in den nächsten Tagen" geben. Die Analyse wird nicht schriftlich, sondern in Form eines persönlichen Meetings erfolgen.

Stickler zeigt sich trotz allem hinsichtlich der EURO weiter optimistisch: "Ich will dieses Ziel Viertelfinale erreichen. Wir werden dem Teamchef alle Möglichkeiten schaffen, um dieses Ziel zu schaffen. Wir werden unter Garantie bis zur letzten Sekunde dafür kämpfen."

(apa/red)

16.9.2007 19:49
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