EURO-Frust wächst: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, aber Österreichern ist es egal
- Unternehmer im Unterschied zu Team bereits euroreif
- FORMAT: Nur 36% der Österreicher im EURO-Fieber

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Über das Stadion lässt sich schon einmal kaum Schlechtes sagen. 9020 Klagenfurt, Südring 207: 32.000 Zuschauer haben Platz, 66,5 Millionen Euro hat die Chose gekostet, und das Beste daran ist - der Bau des Architekten Albert Wimmer wurde rechtzeitig fertig. Beim Eröffnungsspiel des Klagenfurter Stadions war die neue, moderne Arena ausverkauft. Und dass das wohl eher mit dem Stolz der Kärntner zu tun hat als mit der Leistung des ÖFB-Teams, war wenige Tage später zu sehen: Beim zumindest aus österreichischer Sicht nicht rasend relevanten Match Schweiz vs. Japan waren ebenfalls fast 20.000 Zuseher vor Ort - 7.500 mehr als beim gleichzeitig abgehaltenen Spiel Österreich vs. Chile.
Schon klar: Das ÖFB-Team ist, wie zu sehen war, noch nicht unbedingt EURO-fit. Doch wie sieht es mit dem Veranstalterland selbst aus?
Stadiontechnisch jedenfalls ist Österreich seiner Zeit voraus. Die Stadien in Salzburg und Klagenfurt sind fertig, die Erweiterungsarbeiten in Innsbruck sind ebenfalls fast abgeschlossen, und auch das Wiener Praterstadion wird im kommenden Frühjahr komplett adaptiert sein.
"Fanmeilen" sind bereit
Auch abseits der Stadien sind die Vorbereitungen in der Finalisierungsphase. Die Fanmeilen, also jene Orte, an denen das Gros der Menschen, die keine EM-Tickets bekommen, die Spiele verfolgen können, sind bereits festgelegt. Auch wer darin das große Geschäft machen wird, ist mittlerweile klar: Die Gastronomie vor dem Wiener Rathaus, der größten Fanzone in Österreich, wird von der Wiener Firma "impacts - Event und Gastro" betrieben werden. Der Caterer, der derzeit auch das Salzburger EM-Stadion bespielt, wird im Rathauspark für die Gastronomie verantwortlich sein und auch die diversen Subunternehmer koordinieren.
Auch wenn Österreich fußballtechnisch wohl kaum zu den Gewinnern der EURO zählen wird - ein finanzieller Gewinn sollte der drittgrößte Sportevent der Welt in jedem Fall werden. Allein in Wien rechnet die Wirtschaftskammer mit einem zusätzlichen Umsatz vor allem für die Hotellerie und Gastronomie von bis zu 200 Millionen Euro.
Noch keine EURO-Europhorie
Den Großteil des Umsatzes dürfte dabei die geschätzte Kundschaft aus dem Ausland bringen, die zu den Spielen in Scharen einfallen wird. Im Land selbst mag sich die EURO-Euphorie nämlich ganz und gar nicht einstellen, wie nicht nur der derzeit noch eher schleppende Absatz der Fanartikel im Einzelhandel belegt: Gerade einmal 36 Prozent der Österreicher interessieren sich laut einer Erhebung des Instituts "Sport und Markt" für die Europameisterschaft im eigenen Land. Zum Vergleich: In der Schweiz sind es fast doppelt so viele.
Zusätzlich gehen die Erwartungen der Österreicher an die EM, obwohl das Ereignis immer näher rückt, zurück. Laut einer Studie des GfK-Instituts, die die EURO-Stimmung im Land seit Juli monatlich abtestet, glauben im September weniger Österreicher an wirtschaftliche Impulse durch die EURO als noch im August. Aufgeteilt auf die einzelnen Spielorte glauben die Österreicher noch am ehesten, dass in Wien die EURO Spuren hinterlassen wird - keine Überraschung, schließlich finden in der Bundeshauptstadt auch die meisten Spiele statt.
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