14.9.2007 15:16

ORF sichert sich die TV-Rechte für die EURO:
Muss dafür rund neun Millionen Euro zahlen

  • ORF wird damit alle 31 Spiele der EM übertragen
  • Ursprünglich hatte die UEFA 18 Millionen verlangt

Der ORF wird alle 31 Spiele von der Fußball-Europameisterschaft EURO 2008 in Österreich und der Schweiz übertragen. Der öffentlich-rechtliche Sender hat am Freitag nach langwierigen Verhandlungen mit der UEFA den Zuschlag für die Fernsehrechte an der Fußball-EM erhalten. Ein entsprechender Vorvertrag wurde laut ORF geschlossen. Dem Vernehmen nach zahlt der ORF um die zehn Millionen Euro für das Rechtepaket. Durch zusätzliche von der UEFA genehmigte Werbemöglichkeiten ergibt sich schließlich ein Preis unter neun Millionen.

Damit kommt der ORF in die Nähe der Schweizer Rundfunkanstalt SRG, die für die EURO-Rechte eine ähnlich hohe Summe auf den Tisch geblättert hatte. Ursprünglich wollte die UEFA 18 Millionen für die Österreich-Rechte. Der ORF war allerdings - unter Hinweis auf die deutlich niedrigere Vertragssumme in der Schweiz - nicht bereit, diesen hohen Preis zu zahlen. Ein früheres Angebot, das zunächst in die Nähe der UEFA-Wünsche kam, hatte der ORF nach dem Verhandlungsausstieg von ATV zurückgezogen. ARD und ZDF sollen für die erworbenen Rechte an 27 Spielen etwa 115 Millionen Euro bezahlt haben. Für die Rechte der letzten EM in Portugal hat der ORF übrigens rund fünf Millionen Euro gezahlt.

"Wir haben uns mit der UEFA geeinigt", bestätigte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz den Zuschlag für die TV-Rechte an der EURO 2008. Neben den Lizenzen für die Fernsehübertragung hat der Sender auch die Radiorechte sowie jene für die Ausstrahlung im DVB-H-Standard (Handy-TV) und einen Live-Stream auf ORF.at erstanden. Mittels einer speziellen Software können auf die Web-Übertragung aber nur österreichische Internet-Anschlüsse zugreifen.

Hauptspiel mit Konferenzschaltung
Die Fußballmatches im Fernsehen werden auf ORF1 ausgestrahlt. In der Schlussphase der Gruppenrunde zeigt der ORF bei Parallelpaarungen ein Hauptspiel mit Konferenzschaltung und danach eine ausführliche Zusammenfassung. Auf ORF Sport plus wird keine der Partien zu sehen sein.

Zu den Kosten über das umfangreiche Rechtepaket wollte Wrabetz keine Angaben machen. Man habe mit der UEFA "Stillschweigen" vereinbart, so der ORF-Chef. Nur soviel: "Wir haben eine wirtschaftlich vertretbare Lösung gefunden, die mit den Abschlüssen in anderen Ländern vergleichbar ist. In Summe ist das ein Gesamtpaket, mit dem wir leben können."

Lobbying bei Platini
Wrabetz berichtete darüber hinaus, dass sich zuletzt auch ÖFB-Präsident Friedrich Stickler und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) bei UEFA-Präsident Michel Platini für den ORF als Partner stark gemacht hätten. Für die "gute Unterstützung" dankte der ORF-Chef. Die Gespräche mit der UEFA bezeichnete er als "hart und konstruktiv". Glücklich über das Ergebnis zeigte sich auch ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser. "Sie ist das Ergebnis langer und sehr schwieriger Verhandlungen, aus denen der Fußball als Sieger hervorgegangen ist."

ÖFB-Präsident Stickler zeigte sich ebenfalls erleichtert. "Die Übertragung der EURO 08 im ORF ist ein großer und wesentlicher Schritt in den Vorbereitungen und damit ist auch sichergestellt, dass dieses einmalige internationale Fußballfest allen Sportinteressierten in bester Qualität im Land zugänglich ist." Zufrieden zeigte man sich auch bei der UEFA: Generalsekretär David Taylor sprach von einer "guten Nachricht für Österreich und die österreichischen Fußballfans". Aufgrund der nationalen Sendeplattform, die der ORF bieten wird, sei man überzeugt, dass die EURO 2008 dem österreichischen Publikum als eine besondere Veranstaltung dargeboten wird. "Wir freuen uns alle auf ein fantastisches Fußballturnier", so Taylor.

Der ORF werde sich nun intensiv mit der Umsetzung der Vorbereitungen für die EURO auseinandersetzen. "Wir werden jetzt voll loslegen", sagte Wrabetz.
(apa/red)

14.9.2007 15:16
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