Polster geht mit ÖFB-Team hart ins Gericht:
"Haben bei EM eigentlich nichts verloren"
- 0:0 gegen Japan "schmeichelhaftes" Ergebnis für ÖFB
- National-Elf-Leistung: "War eine Bankrott-Erklärung"
·'Hicke': Taktik-Fehler
& mangelnde Routine
Japan-Spiel für Coach teilweise "sehr schlecht"
·"Hicke": 'Gutes Er- gebnis wahrscheinlich'
Steigerung gegen Chile von Teamchef erwartet
·Katastrophale ÖFB- Elf 'siegt' gegen Japan
Kaum Bewegung, keine Chancen in Klagenfurt
·Hicke: "Zu wenig Bewegung im Spiel"
Reaktionen auf das Spiel gegen Japan in Kärnten
Die Leistung des österreichischen Fußball-Nationalteams in Klagenfurt gegen die Japaner, die nach schmeichelhaftem 0:0 nach 90 Minuten im Elferschießen 4:3 bezwungen wurden, hat Ex-Teamspieler Toni Polster hart kritisiert. "Wir haben eigentlich sportlich bei der EURO nichts verloren, aber wir sind Veranstalter und wir wollen uns natürlich gut verkaufen. Nur die Mannschaft macht es uns wirklich nicht leicht", wird die Ikone der Wiener Austria zitiert.
271 Tage vor EM-Beginn in Österreich und der Schweiz sprach der ÖFB-Rekord-Torschütze (44 Treffer in 95 Länderspielen von 1982 bis 2000) dem Co-EM-Gastgeber die Tauglichkeit für ein Turnier wie die Europameisterschaft ab. "Gegen Japan war es wieder eine Bankrott-Erklärung", meinte Polster im Internet-Portal "sport-bild.de", der vor allem die Einstellung als "mangelhaft" bezeichnete. Die Gegner waren den Österreichern in puncto Laufarbeit, Beweglichkeit und Einsatz deutlich überlegen.
Kein Kampfgeist
"Wenn man in Heimspielen nicht einmal aufs Tor schießt, dann stimmt etwas in der Truppe nicht. Die Spieler rennen und kämpfen auch nicht. Es ist der Wurm drin", glaubt der 43-jährige Ex-Torjäger. Österreichs Mannschaft habe "sportliche Probleme", es stimme hinten und vorne nicht, es fehle ihr der Charakter, um sich aufzuopfern. "Es ist so, dass man sich viel vornimmt, dass aber fast nichts umgesetzt wird. Die Spieler geben auch nicht einer für den anderen alles", glaubt Polster.
Auch die fußballerische Qualität reiche für die europäische Spitze nicht. "Das ist natürlich auch von der Qualität her ein Problem. Klar, weil viele Spieler im Nationalteam dabei sind, die im Verein keinen Stammplatz haben. Das spürt man natürlich im Spiel. Da tut man sich in der Nationalmannschaft umso schwerer, wenn man den Rhythmus nicht hat." Im Wiener Happel-Stadion gegen Chile können seine Nachfolger die Kritiker eines Besseren belehren. Mit dem ersten vollen Erfolg im achten Länderspiel des Jahres.
(apa/red)










