Teamchef Hickersberger ist optimistisch:
'Gutes Ergebnis gegen Chile wahrscheinlich'
- Taktische Umstellungen, aber keine "totale Rotation"
- "Hicke" erwartet eine Steigerung seiner National-Elf
Heute live dabei im networld-Ticker ab 20:30 Uhr!

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Zutrittsprobleme beim
Match gegen Tschechien
Österreichs Fußball-Teamchef Josef Hickersberger erwartet am Dienstag (ab 20:30 Uhr live im networld-Ticker) im Wiener Happel-Stadion gegen Chile von seiner Mannschaft eine klare Antwort auf das enttäuschende 0:0 (danach 4:3-Sieg im Elferschießen) gegen Japan. "Wir werden gegen Chile etwas anderes spielen, was Taktik, Einstellung und hoffentlich auch Leistung betrifft", meinte der Niederösterreicher, dem die triste Vorstellung seiner Schützlinge in Klagenfurt noch immer im Magen liegt.
Die Chancen auf eine Steigerung gegen die Chilenen stehen laut "Hicke" nicht schlecht. "Es gibt bei uns die Hoffnung, dass wir viel besser spielen als zuletzt in Klagenfurt, daher ist ein gutes Resultat gegen Chile wahrscheinlich", vermutete der 59-Jährige, der nach sieben Partien noch immer auf den ersten Länderspielsieg im Jahr 2007 warten muss und seine Kicker mit dem Videostudium des Japan-Spiels auf die neue Aufgabe "einstimmte".
"Müssen über uns hinauswachsen"
Bei allem Optimismus wies Hickersberger aber auch darauf hin, dass es die ÖFB-Auswahl mit einem starken Gegner zu tun bekommt. "Wir müssen und gewaltig steigern, wenn wir ein Unentschieden erreichen wollen, und wir müssen über uns hinauswachsen, wenn wir gewinnen wollen." Chile operiere mit eine völlig unterschiedlichen Taktik als Japan. "Das ist eine junge, sehr ehrgeizige Mannschaft, die ein südamerikanisches 4-3-3-System spielt. Jeder chilenische Angreifer ist um eine Klasse besser als die beiden japanischen Stürmer", behauptete der Teamchef.
Chiles Taktik
Die chilenische Offensiv-Taktik könnte die österreichische Abwehr vor Probleme stellen, befürchtet Hickersberger. "Bei diesem System ist es für die Verteidiger schwierig, von hinten rauszuspielen, weil gegen sie viel Forechecking betrieben wird. Auf der anderen Seite bieten sich mehr Räume im Mittelfeld. In diese Räume müssen wir laufen, damit unser Spiel in Bewegung kommt."
Chile Einschätzung schwierig
Da es bei Chile nach der Copa America zu einem Neuanfang sowohl auf Spieler- als auch auf Betreuerseite kam, ist es für Hickersberger generell nicht einfach, den Gegner zu analysieren, zumal die Anfangs-Formation der Chilenen im Vergleich zum Schweiz-Match wohl an mehreren Positionen verändert werden dürfte. "Das macht die taktische Einstellung schwieriger als gegen die Japaner, die so gespielt haben, wie wir sie erwartet haben. Aber wichtiger ist ohnehin unsere eigene Einstellung."
Macho im Tor
Allzu viele Umstellungen gegenüber dem Japan-Match hat der Teamchef nicht geplant. "Es wird keine totale Rotation geben", kündigte er an. Fix ist nur, dass im Tor diesmal Jürgen Macho beginnt, eine Startformation mit zwei Stürmern ist ebenso möglich wie Martin Stranzl im zentralen defensiven Mittelfeld.
Allerdings steht hinter dem Einsatz des Spartak-Moskau-Legionärs ein Fragezeichen, da er noch immer an einer Bänderverletzung im Sprunggelenk laboriert. "Die Chancen stehen 50:50, wir werden am Spieltag kurzfristig entscheiden. Ich spiele nur, wen ich hundertprozentig fit bin, mit 80 oder 90 Prozent zu spielen bringt keinem etwas", sagte der Burgenländer.
Stranzl gewann dem ÖFB-Auftritt gegen Japan zumindest einen positiven Aspekt ab. "Es ist schön, dass wir schon wenige Tage später die Möglichkeit haben, diese Scharte auszuwetzen." Der Defensiv-Spezialist könnte sich mit einer Rolle im defensiven Mittelfeld anfreunden, wo er zu Beginn seiner Karriere bei 1860 München und auch im ÖFB-Team spielte. "Im defensiven Mittelfeld ist Organisation und auch Aggression gefragt, ich glaube, da bin ich ganz gut."
Ein Ziel von Stranzl ist es auch, im Falle eines Einsatzes im Mittelfeld für mehr Akzente im Spiel nach vorne zu sorgen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir besser als gegen Japan spielen werden. In der Offensive kann man glaube ich eh nicht mehr falsch machen." Mit der harten öffentlichen Kritik nach der Klagenfurt-Partie müssen die Spieler umgehen können, so Stranzl. "Wer jetzt schon wegen des medialen Drucks nervös wird, hat bei der EURO schlechte Karten."
Chile keine Chance auf Trophäe
Schon vor dem Match hat ÖFB-Gegner Chile keine Chance mehr auf die Swarovski-Trophäe für den Gesamtsieger. Aufgrund des 1:2 gegen die Schweiz und des Remis zwischen Österreich und Japan könnten die Südamerikaner selbst mit einem klaren Erfolg nicht mehr auf Platz eins vorstoßen.
Österreich - Chile
Wiener Ernst-Happel-Stadion, SR Jacek Granat/POL
Österreich: Macho - Garics, Martin Hiden, Prödl, Fuchs - Standfest, Aufhauser oder Stranzl, J. Säumel oder Prager, Leitgeb - Linz, Kuljic
Chile: Peric - Fierro, Ponce, Medel, Estrada - Jimenez, Maldonado, Droguett - Villanueva, Salas, Mark Gonzalez
(apa/red)










