Donnerstag, 13. September 2007

Fünf Österreicher starten ins NHL-Training:
Neue Saison beginnt bereits Ende September

  • Vier harte Wochen liegen vor Vanek, Pöck & Co.
  • Setzinger, Lakos und Grabner kämpfen um Plätze

Die National Hockey League (NHL) startet mit den Vorbereitungscamps der 30 Clubs und gleich fünf Österreichern in die neue Saison. Thomas Vanek von den Buffalo Sabres ist schon zum NHL-Star aufgestiegen, für Thomas Pöck geht es um einen Stammplatz bei den New York Rangers. Die nach Amerika gewechselten Oliver Setzinger (Nashville Predators) und Andre Lakos (Minnesota Wild) sowie Youngster Michael Grabner (Vancouver Canucks) wollen sich mit guten Leistungen in der Vorbereitung einen Platz im NHL-Kader erkämpfen.

Vanek und seine Kollegen fanden sich am Donnerstag für ärztliche Überprüfungen und Fitnesstests ein, ab Freitag geht es auf dem Eis und in der Kraftkammer zur Sache. "Die erste Woche wird hart, dann haben wir viele Spiele. Das ist super, dass man reinkommt", freute sich Vanek, der einen Siebenjahresvertrag über 50 Millionen Dollar unterschrieben hat, auf den Saisonstart. Die beiden Co-Kapitäne Daniel Briere (zu Philadelphia Flyers) und Chris Drury (New York Rangers) haben die Sabres verlassen, neu ist nur Ersatztorhüter Jocelyn Thibault.

Pöck will sich als Stammspieler etablieren
Denselben Zeitplan hat Pöck in New York zu absolvieren. Der Kärntner Verteidiger ist in der Vorsaison auf 48 Spiele gekommen, nun möchte er sich im Team von Tom Renney einen Fixplatz unter den sechs Verteidigern erkämpfen. "Ich glaube, dass ich es schaffen werde. Ich habe im Vorjahr gezeigt, was ich kann", erklärte Pöck, der sein zweites Jahr im NHL-Kader angeht. Karel Rachunek hat die Rangers zwar verlassen, der Abwehrspieler wurde aber durch Andrew Hutchinson von den Carolina Hurricanes ersetzt. Zudem drängt der 20-jährige Erstrunden-Draft Marc Staal nach.

"Mein Vorteil ist, dass ich im zweiten Jahr bin und sie wissen, was sie an mir haben. Ich muss gut spielen, dann wird man sehen. Mein Ziel ist jedenfalls, fix zu spielen", betonte Pöck. Mit den aufgerüsteten Rangers, die Scott Gomez und Drury um insgesamt 86,75 Mio. Dollar unter Vertrag genommen haben, hat er zudem den Stanley Cup im Visier. "Wir sind eines von 30 Teams, die den Stanley Cup zum Ziel haben. Wir sind eine der Mannschaften, die bessere Chancen hat. Aber man kann nicht im September sagen, wer im Juni gewinnt", erklärte der 25-Jährige.

Vier harte Wochen
Setzinger und Lakos haben aus der heimischen Liga den Sprung nach Amerika geschafft, nun haben sie vier Wochen Zeit, sich in die NHL-Mannschaft zu kämpfen. Nashville hat mit finanziellen Problemen zu kämpfen, Stars wie Paul Kariya, Peter Forsberg, Scott Hartnell oder Kimmo Timonen haben den Club, der an eine Gruppe lokaler Geschäftsleute verkauft werden soll, verlassen. "Sie haben auch viele Flügelspieler verloren, aber noch immer starke Leute. Egal, wer dort spielt, ich muss meinen Mann stellen", weiß Setzinger. Der 24-Jährige hofft, in der Vorbereitung in den ersten zwei Linien mit sehr guten Sturm-Partnern eingesetzt zu werden. Die Zusage hat er. "Dann hängt es von mir ab".

Verteidiger-Hüne Lakos (2,03 m) hat schon Vorbereitungscamps hinter sich, aber noch kein NHL-Spiel. Diesmal, so glaubt der 28-Jährige, sollte es klappen, auch wenn Star-Trainer Jacques Lemaire wieder auf jene sieben Verteidiger zurückgreifen kann, die in der Vorsaison den Großteil der Spiele absolviert haben. "Im Kopf werde ich das schaffen. Minnesota will immer große Spieler, die sich bewegen können. Aber ich muss mir meinen Platz erkämpfen. Ich muss zuerst schauen, dass defensiv alles klappt", so Lakos, der auch offensiv seine Qualitäten hat, aber über die vorsichtige Ausrichtung von Lemaire Bescheid weiß.

Grabner hat Muckis auftrainiert
Michael Grabner will an seinem 20. Geburtstag, am 5. Oktober, sein NHL-Debüt im Heimspiel gegen die San Jose Sharks geben. Der Villacher hat im Vorjahr im Camp überzeugt, musste danach aber wieder ins Juniorenteam Spokane Chiefs. Im Frühling wechselte der pfeilschnelle Stürmer ins Profilager und absolvierte das Play-off für das AHL-Farmteam Manitoba Moose. Ob er diese Saison auch in Winnipeg spielt oder bei den Canucks, wird sich zeigen.

"Im Vorjahr habe ich gesehen, wie die Vorbereitung ist. Es war ein Test für mich. Heuer erwarten sie mehr von mir, sie hoffen, dass ich mich gesteigert habe, und auch ich will mehr. Es kommt alles auf das Trainingslager an, sie haben noch Plätze offen", will Grabner angreifen. Er ist mit einem Trainingsprogramm in den Sommer gegangen und hat sich von 71 bis 73 kg auf 84 kg hochtrainiert, aber nichts an Schnelligkeit verloren. "Mein Ziel ist die NHL. Wenn nicht, bin ich auch nicht beleidigt. Ich werde erst 20 und ein Jahr AHL würde mir auch gut tun. Und wenn ich in die AHL kommen sollte, hoffe ich, dass ich ein paar Mal nach oben komme", so der Kärntner, der schon eine Woche vor seinen erfahrenen Landsleuten mit dem Talentecamp in die Vorbereitung eingestiegen ist.

Die Liga startet am 29. und 30. September mit zwei Spielen zwischen Titelverteidiger Anaheim Ducks und den Los Angeles Kings in London in die Saison 2007/08, die restlichen 1.228 Spiele werden ab 3. Oktober in Nordamerika gespielt.
(apa/red)

13.9.2007 11:12