McLaren-Affäre: Totalschaden mit 288 SMS:
Was am 5. August in Budapest geschehen ist
- Streit zwischen Alonso und Dennis Auslöser für Affäre
- McLaren-Chef: "Das ist innerhalb der Familie passiert"

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der Spionage-Affäre
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Dreifacher Weltmeister befürchtet Imageschaden
Sonntag, 5. August 2007. Der Vormittag vor dem Formel-1-Grand-Prix von Ungarn. Fernando Alonso ist in Rage. Der Weltmeister war in der Nacht wegen einer angeblich absichtlichen Blockade seines McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton im Qualifying um fünf Startplätze zurückversetzt worden. "Er war sehr emotional", bestätigte McLaren-Teamchef Ron Dennis. Und möglicherweise sagte Alonso im Streit mit seinem nicht gerade geliebten Boss Dinge, die er besser für sich behalten hätte.
Die Beweisführung in der Spionage-Affäre um geheime Ferrari-Daten in McLaren-Besitz hatte an diesem Morgen des 5. August eine entscheidende Wendung genommen. Alonso hatte Dennis in seiner Emotion gesagt, dass er über kompromittierende E-Mails verfüge und diese dem Automobil-Weltverband FIA übermitteln werde. Dennis antwortete laut eigenen Angaben mit "mach das" und griff im Anschluss selbst zum Telefon, um FIA-Präsident Max Mosley zu informieren.
"Familienstreitereien"
"Er hat mir versichert, dass niemand bei McLaren Informationen zurückhält. Ich akzeptiere, dass er zu diesem Zeitpunkt geglaubt hat, dass das die Wahrheit ist", erklärte Mosley, der noch am selben Tag einen weiteren Anruf von Dennis bekam. Denn Alonsos Manager war eine halbe Stunde später zum Teamchef gekommen, um Alonsos Aussagen zu relativieren. "Er sagte, dass es ihm Leid tut und dass er viel Blödsinn gesagt hat", verriet Dennis. "Das ist innerhalb der Familie passiert. Wenn ich mit meiner Frau streite, dann werden auch viele Dinge gesagt. Darüber werden wir nicht diskutieren."
Totalschaden mit 288 SMS
Die Sache war damit aber nicht vom Tisch, sondern die FIA auf den Plan gerufen. Diese hatte McLaren am 26. Juli mangels schlüssiger Beweise noch ohne Strafe davonkommen lassen. Weitere Ermittlungen der italienischen Justiz förderten jedoch einen regen SMS-Verkehr zwischen Ex-Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney und dem entlassenen McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan zu Tage. 288 Nachrichten waren es an der Zahl. "In diesem Moment habe ich gewusst, dass es sich um ein Riesending handelt", sagte Mosley.
Höchste Strafe der Sportgeschichte
Dem Riesending folgte eine Riesenstrafe - die höchste der Sportgeschichte. 100 Millionen US-Dollar (72 Mio. Euro) entgehen McLaren-Mercedes. Zudem wurde der Spitzenreiter aus der Konstrukteurs-WM 2007 ausgeschlossen. Alonso hatte seine E-Mails erst auf Druck der FIA zur Verfügung gestellt, war damit aber einer der wichtigsten Zeugen gegen sein eigenes Team. Dennoch und trotz der gestörten Beziehung will McLaren an ihm festhalten. Dennis: "Es geht nicht darum, dass mich die Leute lieben und umarmen. Wir sind hier, um Rennen zu gewinnen." (apa/red)
