Samstag, 15. September 2007

McLaren-Krise stoppt Transfer-Karussell: Ungewisse Zukunft für Alonso als Auslöser

  • Klien gibt sich hoffnungsvoll, Wurz zurückhaltend
  • Zuber in jüngster Zeit für Testfahrten im Gespräch

Das Transfer-Karussell in der Formel 1 steht. Der Grund sind Weltmeister Fernando Alonso und dessen ungewisse Zukunft bei McLaren-Mercedes. Die sanktionierte Spionage-Affäre und die Verwicklung des Spaniers nährt Spekulationen, dass er das Team mit Saisonende verlassen wird. Wahrscheinlichste Adresse ist sein Ex-Team Renault. Eine Vereinbarung dementierten vor dem Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps aber sowohl Alonso-Manager Luis Garcia Abad als auch Renault-Teamchef Flavio Briatore.

Die Situation von Alonso lässt aber auch die österreichischen Piloten in der Warteposition. "Wenn Alonso wechselt, dann kommt Bewegung in die Szene. Dann würden sich auch für mich neue Chancen auftun", meinte Christian Klien, im Moment Testfahrer bei Honda. Für die kommende Saison spekuliert der Vorarlberger ("Ich will unbedingt zurück ins Renncockpit") vor allem mit Chancen bei Spyker - aber auch bei Williams. Dann nämlich, wenn der Deutsch-Finne Nico Rosberg als Ersatz für Alonso zu McLaren wechseln sollte.

Wurz weiterhin zurückhaltend
Der aktuelle Williams-Pilot Alexander Wurz, dessen Vertrag mit Saisonende ausläuft, gab sich nach Rücksprache mit Teamchef Frank Williams zuletzt über seine Zukunft bedeckt. Der 33-jährige Niederösterreicher strahlt aber Zuversicht aus. Dennoch ist es bereits Mitte September. Üblicherweise sind da viele Entscheidungen für die kommende Saison bereits gefallen. "Alles steht und fällt heuer mit Alonso", erklärte Klien. Einige Teams würden sich daher noch Plätze offen halten.

Abwarten und Tee trinken
"Im Moment kann man nicht viel mehr tun, als im Hintergrund zu arbeiten", meinte Klien. "Leider sind viele Entscheidungen auch sehr politisch." Die größte Chance des 24-Jährigen besteht laut eigenen Angaben bei Spyker. Das niederländische Team dürfte von einem indischen Investor übernommen werden, die Führung um Teamchef Colin Kolles, der viel von Klien hält, aber gleichbleiben. "Durch den Verkauf hat Spyker in Zukunft auch mehr Geld. Daher wird das Team stärker werden", sagte Klien. Im Moment sind die Niederländer noch die Nachzügler der Königsklasse.

F1-Chancen für Zuber 60:40
Ein dritter Österreicher hatte zuletzt ebenfalls mit seinen ersten Testfahrten in der Formel 1 spekuliert. Der 23-jährige Steirer Andreas Zuber, der in der Nachwuchsserie GP2 zuletzt nach einigen schwächeren Rennen auf Rang neun zurückgefallen ist, wurde unter anderem mit Williams in Verbindung gebracht. Außerdem sei Spyker an ihn herangetreten. Seine Chancen, im Winter erstmals zu testen, bezifferte Zuber, der mit einer Lizenz aus den Vereinigten Arabischen Emiraten fährt, mit "60:40 Prozent". (apa/red)

15.9.2007 15:15
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