Freitag, 14. September 2007

Alex Wurz von Nico Rosberg beeindruckt:
"Ist im Zeittraining der Schnellste der Welt"

  • Rosberg fährt auch die nächste Saison für Williams
  • Über das zweite Cockpit wird öffentlich geschwiegen

Österreich hat gute Chancen, auch 2008 über einen Piloten in der Königsklasse des Motorsports zu verfügen. Alexander Wurz steht bei Williams-Toyota nach wie vor hoch im Kurs. Durch den späten Saisonzeitpunkt, bis zu dem sich sein Team noch immer nicht klar zu einer gemeinsamen Zukunft deklariert hat, will sich der 33-jährige Niederösterreicher nicht aus der Ruhe bringen lassen. "Ich mache mir keine Zukunftssorgen", betonte Wurz vor dem Formel-1-Grand-Prix von Belgien in Spa.

Man glaubt es ihm, denn Wurz wirkte in den vergangenen Wochen zumindest nach außen hin völlig entspannt und sorgenfrei - selbst nach für ihn enttäuschend verlaufenen Rennen wie jenen in Istanbul (11.) und Monza (13.). "Keine Sorge, innerlich bin ich aber manchmal auch grantig", scherzte Wurz. Der Österreicher weiß, dass Teamchef Frank Williams sehr viel von ihm hält und trotz der potenziellen Millionen, die Bezahlfahrer als Mitgift einbringen können, weiter auf einen Piloten mit Know-how setzt.

Unterschrieben ist freilich noch nichts, denn der Weltmeister hat das Transferkarussell der Formel 1 zum Erliegen gebracht. Solange die Zukunft von Fernando Alonso bei McLaren-Mercedes ungeklärt ist, müssen auch die anderen Teams auf Zeit spielen. Wurz-Teamkollege Nico Rosberg, der als möglicher Nachfolger des Spaniers bei den Silberpfeilen ins Spiel gebracht worden war, bestätigte aber erneut in aller Deutlichkeit: "Ich fahre auch in der kommenden Saison definitiv für Williams."

Daher hat der englische Traditions-Rennstall, bei dem Wurz im Vorjahr als Testfahrer fungiert hatte, nur noch ein Cockpit frei und das dürfte vorerst auch noch einige Zeit so bleiben. "Ich habe mit Frank Williams ausgemacht, dass wir darüber im Moment nicht öffentlich sprechen", betonte Wurz, gestand aber: "Fast alle anderen Teams haben sich schon deklariert." Bei Ferrari, BMW-Sauber, Red Bull Racing und Honda etwa bleibt die Fahrerpaarung für 2008 mit Sicherheit gleich.

Für Wurz sprechen seine Plätze drei in Montreal und vier auf dem Nürburgring, aber nicht die Qualifyings. Dort liegt der Österreicher im Stallduell mit Rosberg 1:12 zurück. Von einem "chronischen Problem" will der Routinier aber nichts wissen. Stattdessen streute er seinem Teamkollegen Rosen: "Für mich ist Nico im Augenblick, was das Zeittraining betrifft, der beste Fahrer in der Formel 1. Das macht er praktisch perfekt", meinte Wurz.

Die Stärke Rosbergs liege vor allem darin, im Qualifying keine Fehler zu machen. "Seine Konstanz ist das, was mich beeindruckt. Er legt die Latte für mich sehr hoch", erklärte Wurz. "Er lernt irrsinnig schnell und behält das Gelernte auch. Da gibt es in der Formel 1 einige, von denen man das nicht behaupten kann."

Vor einigen Jahren hatte Wurz noch seinen damaligen McLaren-Teamkollegen Kimi Räikkönen als den schnellsten Fahrer im Feld bezeichnet. Der Finne, der 2004 und 2005 in Spa gewonnen hatte, sei zwar enorm schnell, streue dafür aber auch immer wieder kleine Fehler ein. "Die Unterschiede sind generell extrem gering", versicherte Wurz. "Im Grunde genommen sind alle 22, die hier Rennen fahren, saugut." Er selbst will auch 2008 noch dazu gehören.
(apa/red)

14.9.2007 12:27
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts