Training in Kitzbühel: ÖSV-Damen wollen wieder auf den Gesamtweltcup losgehen!
- Muss Götschl bei Weltcup-Auftakt in Sölden fehlen?
- Anpassung an neue Bedingungen ohne Probleme

Vor einer herrlichen Bergkulisse und bei spätsommerlichen Temperaturen schwitzen Österreichs Ski-Damen diese Woche in Kitzbühel für den kommenden Weltcup-Winter. Im Hotel aRosa hat ÖSV-Damen-Cheftrainer Herbert Mandl sein gesamtes Team versammelt, um die Mannschaft mit Konditionseinheiten, Kraftausdauer-, Muskelaufbau- und Koordinationstraining, aber auch Kletterübungen, für den Saisonauftakt am 28. Oktober in Sölden in Schwung zu bringen. Nach der triumphalen Vorsaison haben Mandl und ÖSV-Alpinchef Hans Pum den neuerlichen Gewinn des Gesamt-Weltcups als Ziel ausgegeben.
Waren zuletzt primär die kleinen Kristallkugeln für den Disziplinen-Weltcup das erklärte Ziel, wird in einem Jahr ohne Großereignis gleich auch der Gesamt-Weltcup angepeilt. "Heuer ist auch die große Kugel von Beginn weg das Ziel. Wir haben zwei, drei Leute, die da mitfahren können", sagte Mandl, der mit seinen Damen im Vorjahr alles abgeräumt hat, was es an Kristallkugeln zu gewinnen gab. Nicole Hosp gewann vor Marlies Schild den Gesamt-Weltcup, Hosp (Riesentorlauf), Schild (Slalom, Super-Kombination) sowie Renate Götschl (Abfahrt, Super G) sicherten sich die kleinen Kugeln.
Hosp und Schild sind für Mandl auch heuer wieder die zwei Top-Anwärterinnen auf den Gesamt-Weltcup. Götschl ist dagegen durch ihre Knieverletzung zurückgeworfen worden, die Steirerin hat noch kein Ski-Training absolviert, ihr Start in Sölden ist für den Cheftrainer "nicht mehr realistisch". Götschl hatte sich am 1. März bei einem Trainingssturz in Tarvis den äußeren Scheinbeinkopf gebrochen und eine Knorpelabsplitterung zugezogen und sich Ende Juli einer Arthroskopie unterzogen.
In der Abfahrt wird es daher für das ÖSV-Team am schwierigsten, den Vorjahreserfolg zu wiederholen, glaubt Mandl. Im Super G ist sein Gesamteindruck "sehr gut", im Slalom fehlt ihm neben den vier Top-Läuferinnen ein bisschen die Dichte, die vielleicht junge Läuferinnen ein wenig schließen können, im RTL sieht er die Konkurrenz am stärksten. Aber "die Mannschaft ist sehr kompakt", betont er. Und durch den Wegfall des Qualifikationsdrucks für ein Großereignis können seine Läuferinnen auch befreiter ans Werk gehen.
Die Vorbereitung in Österreich, der Schweiz und Neuseeland ist jedenfalls betreffend Schnee- und Wettersituation sehr gut verlaufen. Lediglich Verletzungen (Schild, Holaus, Zeiser, die am Donnerstag operiert wurde) und Erkrankungen (Hosp musste in Neuseeland viele Tage pausieren) passten nicht ins positive Bild. Auch mit der Umstellung auf die neuen Regeln mit einer Höhenreduzierung (um 0,5 cm) und verbreiterten Taillierung der Skier gab es wenig Probleme. "Sie haben sich relativ schnell angepasst. Ich glaube nicht, dass es eine höhere Ausfallsquote gibt", so Mandl.
Entsprechend zufrieden und optimistisch zeigte sich auch Pum. "Du kannst bei den Damen nicht mehr gewinnen. Wichtig ist, dass die Läuferinnen ihre persönliche Leistungsfähigkeit umsetzen. Was man sich wünschen kann ist, dass man an die Erfolge anschließt. Das große Ziel ist der Gesamt-Weltcup. Es wäre natürlich super, wenn wieder zwei Österreicherinnen im letzten Rennen um den Gesamtweltcup fahren", erklärte Pum, der auch Chancen für nachrückende Talente sieht. "Da es ein Jahr ohne WM ist bietet sich die Möglichkeit, dass man junge Läuferinnen einsetzt. Wir sind jung, stark, kompakt", sagte der Sportdirektor, der hofft, dass es heuer einen "besseren Winter mit mehr Schnee" gibt.
Für die Damen geht das Vorbereitungsprogramm nächste Woche in Sölden weiter, das weitere Programm hängt nicht zuletzt vom Wetter ab. Für den Weltcup-Auftakt Ende Oktober im Ötztal schaut es diesmal übrigens weitaus besser als im Vorjahr aus, aus Sölden wurden knapp 80 Zentimeter Neuschnee gemeldet. (apa/red)
