Klimawandel bringt Arktiseis schnell zum schmelzen: Kanadischer Schiffsweg eisfrei!
- Experte: Geschwindigkeit der Schmelze "extrem"
- Große Bedeutung für die internationale Schifffahrt
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ist "gut berechenbar"
Veränderungen sind Fakt:
Experte über die Folgen
Das Eis am Nordpol ist in diesem Jahr in dramatischer Weise zurückgegangen. Wie die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) mitteilte, ist die Eisfläche auf ihren niedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenbeobachtung vor 30 Jahren gesunken. Die Eisfläche der Arktis ist demnach im vergangenen Jahr um eine Million Quadratkilometer auf drei Millionen Quadratkilometer geschmolzen. Der bisherige Tiefstand lag nach Angaben der ESA im Jahr 2005 bei rund vier Millionen Quadratkilometern.
Das Abschmelzen um eine Million Quadratkilometer in nur einem Jahr sei "extrem", erklärte der dänische Wissenschafter Leif Toudal Pedersen. Dies sei eine dramatische Beschleunigung gegenüber früher, da sich das Eis in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt nur um etwa 100.000 Quadratkilometer pro Jahr verringert habe.
Experten machen die globale Erwärmung für das Abschmelzen des Eises verantwortlich. Dies könnte wirtschaftlich aber von großer Bedeutung sein, da sich damit ein wesentlich kürzerer Seeweg zwischen dem Atlantik und dem Pazifik für die Schifffahrt öffnet, die berühmte Nordwestpassage. Satellitenbilder der ESA zeigten, dass der kanadische Teil der Nordwestpassage inzwischen völlig eisfrei und für Schiffe befahrbar ist.
Schiffsbetreiber schöpfen Hoffnung
Dies weckt Hoffnungen, dass der gesamte Seeweg vom Atlantik in den Pazifik früher als bisher angenommen vollständig für die Schifffahrt geöffnet werden könnte. Wann dies zu erwarten ist, wurde nicht gesagt. Der Weg an der sibirischen Küste entlang bleibt aber noch blockiert.
Die Schätzungen, wann die Nordwestpassage durch den Klimawandel eisfrei sein wird, liegen derzeit weit auseinander. Im UN-Bericht zum Klimawandel war von 2070 die Rede, in anderen Berichten wird dies für 2040 erwartet. Durch die Nordwestpassage würden Schiffe bis zu 6.000 Kilometer an Fahrstrecke sparen. Umweltschützer sehen die Möglichkeit eines stärkeren Schiffsverkehrs in dem Gebiet aber kritisch. Sie befürchten, dass mögliche Ölunfälle das empfindliche Ökosystem beeinträchtigen könnten.
Eine weitgehend eisfreie Arktis würde das Gebiet selbst auch wirtschaftlicher interessanter machen. Eine US-Studie kam jüngst zu dem Ergebnis, dass 25 Prozent aller bisher unentdeckten Öl- und Gasvorkommen in der Arktis liegen könnten. Russland hat in jüngster Zeit schon verstärkt territoriale Ansprüche geltend gemacht, die aber von den anderen Anrainern wie den USA und Norwegen zurückgewiesen werden.
(apa/red)
