Schönborn von Papstbesuch "berührt": "Viel Zeit für so winzigen Teil der Weltkirche"
- Kardinal will nun in Ruhe über Gesagtes nachdenken
- Wiener Erzbischof: "Ganz besondere Erfahrung"
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Beim Wiener Erzbischof Kardinal Schönborn, dem Gastgeber von Papst Benedikt XVI., überwiegt ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit. Dies sagte er unmittelbar nach dem Abflug des Kirchenoberhauptes am Wiener Flughafen. "Österreich ist so ein winziger Teil der Weltkirche, und dennoch hat uns Papst Benedikt so viel Zeit, kostbare Gedanken und Zuneigung geschenkt."
Nach den intensiven Tagen der Visite gelte es nun, "in die Tiefe zu gehen und in Ruhe nachzudenken über das, was er uns gesagt hat", sagte der Kardinal, der betonte, dass der Papst sehr viel zu brennenden Fragen unserer aktuellen Gesellschaft gesagt habe. Damit widersprach er indirekt Kritikern, die eindeutigere kirchenpolitische Stellungnahmen des Papstes erwartet hatten.
"Bewegende" Verbeugung vor Holocaust-Opfern
Der spirituelle Höhepunkt dieser Papst-Reise sei sicherlich die Jubiläumsveranstaltung in Mariazell gewesen, sagte Schönborn, als von besonderer historischer Bedeutung sei allerdings das stille Gedenken des Papstes am Wiener Judenplatz vor dem Holocaust-Mahnmal zu bewerten. Christentum und Judentum seien in Wien nicht nur geografisch, sondern stets auch historisch Nachbarn gewesen, meinte Schönborn unter Hinweis auf die beiden Veranstaltungsorte Am Hof und Judenplatz. Die Verbeugung des Heiligen Vaters vor den Opfern des Holocaust sei für alle Beteiligten ein bewegender Moment gewesen.
"Ganz besondere Erfahrung"
Für Kardinal Schönborn als Menschen persönlich sei der Besuch des Papstes ebenfalls sehr berührend gewesen: "Es war eine ganz besondere Erfahrung für mich, meinen eigenen persönlichen Universitätslehrer in der für mich ganz realen Rolle als Nachfolger des Apostels Petrus zu sehen und seine Kraft zu spüren, die ihm dieses hohe Amt verleiht."
(apa/red)
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