10.000 bei Demo gegen den Krieg: US-Polizei verhaftet 189 Irak-Kriegsgegner!
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Bei einem Protestmarsch Tausender Irak-Kriegsgegner sind vor dem Kapitol in Washington rund 200 Menschen festgenommen worden. Die 197 Demonstranten hatten nach Angaben der Veranstalter versucht, die Sicherheitsabsperrung vor dem US-Kongress zu überwinden und den Abgeordneten und Senatoren eine Botschaft gegen den Krieg zu übergeben. Die Polizei setzte gegen eine kleine Gruppe Reizgas ein. Der Protestmarsch richtete sich auch gegen die Absicht der US-Regierung, längerfristig Zehntausende von US-Soldaten im Irak zu stationieren und gegen Präsident George W. Bush.
Nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Robert Gates werden zum Ende von Bushs Amtszeit im Jänner 2009 noch mindestens 100.000 US-Soldaten einen Militäreinsatz im Irak leisten. "Das ist die Rechnung", antwortete Gates auf eine entsprechende Frage. Allerdings stellte ein Sprecher des Pentagon-Chefs später klar, dass es sich um eine private Meinung des Verteidigungsministers handle.
Gates äußerte sich nur wenige Stunden, nachdem die US-Regierung eingeräumt hatte, dass die Führung in Bagdad bei der Umsetzung von Zielvorgaben nur wenig Fortschritte gemacht habe. Diese 18 Vorgaben auf den Gebieten Sicherheit, Politik und Wirtschaft sollen dabei helfen, den Aussöhnungsprozess zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden im Irak voranzubringen.
Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf hochrangige Regierungsmitarbeiter, dass die USA wie beispielsweise in Südkorea auch im Irak längerfristig Militärbasen behalten wollten und dann von einer ständigen Truppenpräsenz von rund 50.000 Mann ausgingen.
Dagegen forderten während des Protestmarsches in Washington tausende Demonstranten und Kriegsveteranen ein sofortiges Endes des Militäreinsatzes im Irak und eine Amtsenthebung von Bush und seinem Vize Richard Cheney. Rund 5.000 Menschen legten sich nach Angaben der Veranstalter vor dem Kongress nieder, um den Tod von US-Soldaten im Krieg zu symbolisieren. Nach Angaben des Pentagon sind bisher 3.775 Armeeangehörige im Irak getötet worden.
Nach Angaben der Veranstalter, einem Bündnis mehrerer Gruppen, protestierten rund 100.000 US-Bürger gegen den Krieg. Die US-Medien berichteten unter Berufung auf die Polizei, dass die Veranstalter nur rund 10.000 Teilnehmer angemeldet hätten. Unter den Demonstranten waren neben Familien mit Kindern und Studenten auch Kriegsveteranen und Eltern im Irak getöteter Soldaten.
"Heute antworten Bush tausende Menschen in den Straßen von Washington und in anderen Städten, um ein sofortiges Ende des Kriegs im Irak zu fordern", sagte der Koordinator der Anti-Kriegs-Organisation "Answer Coalition", Brian Becker. Der 21-jährige Phil Aliff nahm als Mitglied einer Anti-Kriegs-Gruppe ehemaliger Irak-Soldaten an der Demonstration teil. "Ich war in Abu Ghraib und Falluja", berichtete er. "Man hat mir gesagt, unsere Mission diene der Stabilisierung des Landes. Aber an Ort und Stelle haben wir nichts wiederaufgebaut, wir haben die Bevölkerung gegen uns aufgebracht."
Unter Beschuss geriet Bush auch aus den eigenen Reihen in der Person des republikanischen Senators und Präsidentschaftsbewerbers John McCain: Bush trage die Verantwortung für unrealistische Prognosen zu Beginn des Irak-Konflikts, sagte er am Samstag vor Journalisten in Rock Hill im US-Bundesstaat South Carolina.
Zuvor hatten in der Nähe auch Kriegsbefürworter demonstriert. Sie vertraten die Meinung, dass der Krieg im Irak gewonnen werden könnte und die US-Soldaten die Unterstützung der Amerikaner verdient hätten.
(apa/red)
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