Freitag, 14. September 2007

H5-Grippevirus in Mastbetrieb gefunden: Bayern - Massenkeulung von Zuchtenten

  • Niederbayern: 26.000 Tiere mussten getötet werden
  • Tierschützer fordern Ende der Massenschlachtungen

Nach der Serie von Vogelgrippe-Verdachtsfällen sind in Bayern erneut bei einer Massenkeulung 26.000 Enten getötet worden. Im niederbayerischen Simbach waren in einem Mastbetrieb H5-Grippeviren gefunden worden, die nach Einschätzung der Experten zu sogenannten hochpathogenen Erregern mutieren könnten. Die Tötung der Vögel sei nach etwa acht Stunden abgeschlossen worden, teilte das Landratsamt mit.

Seit Ende August waren bereits auf vier Höfen in Mittelfranken, Niederbayern und der Oberpfalz mehr als 400.000 Enten getötet worden. Allein auf einem Hof im Landkreis Schwandorf mussten 180.000 Mastenten bei Deutschlands größter Keulung getötet werden. In einigen der Betriebe war der gefährliche Erreger H5N1 nachgewiesen worden.

Die Vogelgrippe war zuerst im mittelfränkischen Wachenroth ausgebrochen. Als die Behörden dann 20 Höfe kontrollierten, die in geschäftlichen Verbindungen zu Wachenroth standen, wurden noch mehrfach bei den Geflügelbeständen Hinweise auf Vogelgrippe gefunden.

Tierschützer entrüstet
Tierschützer forderten unterdessen ein Ende der Massentötungen, da keine Gefahr für die Menschen bestehe. Die bayerischen Landtags-Grünen kritisierten zudem die Entschädigungszahlungen für die betroffenen Betriebe aus der Tierseuchenkasse. Mit den Zahlungen unterstütze der Staat die Massentierhaltung, sagte der Landtagsabgeordnete Adi Sprinkart am Freitag. Die erschreckend hohe Zahl der Keulungen sei dabei "eine Folge der Haltungsbedingungen auf engstem Raum".

(apa)

14.9.2007 22:15