Wo Touristen plantschen: 243 Immigranten kamen im August im Mittelmeer ums Leben
- Wieder 200 Flüchtlinge nahe Lampedusa aufgegriffen
243 Immigranten sind im August bei der Seefahrt über das Mittelmeer nach Europa gestorben. Die meisten seien ertrunken, ging es aus einem Bericht des italienischen Verbands "Festung Europa". 161 Menschen seien im Kanal von Sizilien ums Leben gekommen, der Nordafrika von Italien trennt. 29 weitere Immigranten seien im Ägäischen Meer ertrunken. Andere 13 Immigranten seien unweit der Kanaren ums Leben gekommen.
Der Verband warnte, dass Schlepperbanden immer kleinere und unsichere Boote für lange Seefahrten nutzen, was die Gefahren für die Immigranten bei der Überfahrt deutlich erhöht habe. Die Organisation kritisierte auch die Fischerboote, die nicht immer Immigranten in Schwierigkeiten retten. Viele von ihnen befürchten, des Menschenhandels beschuldigt zu werden.
Sieben tunesische Fischer, die des Menschenhandels beschuldigt werden, stehen in Agrigent (Sizilien) vor Gericht. Sie behaupten, Immigranten an Bord genommen zu haben, die sie vor dem Ertrinken gerettet hatten. Zuletzt hatte die UN-Flüchtlingsbehörde UNHCR 210 Flüchtlinge gemeldet, die im Juni im Kanal von Sizilien ums Leben gekommen waren.
Die Flüchtlingswelle nach Europa reißt nicht ab. Nun wurden unweit der Mittelmeerinsel Lampedusa südlich von Sizilien 200 Menschen an Bord eines Fischerbootes aufgegriffen. Dem Fischerboot eilte die italienische Küstenwache zur Hilfe. Die Immigranten wurden in ein Auffanglager auf Lampedusa untergebracht. (APA/red)
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