Mittwoch, 12. September 2007

Maul- und Klauenseuche nicht besiegt: Im Südosten Englands neuer Fall aufgetaucht

  • EU-Importverbot für britisches Fleisch wahrscheinlich
  • PLUS UMFRAGE: Haben Sie Angst vor der Seuche?

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist in Großbritannien doch noch nicht besiegt: Die britische Regierung bestätigte einen neuen Fall in Surrey im Südosten Englands. Sie verhängte umgehend ein Transportverbot für Rinder, Schafe und Schweine in ganz England. Erst vor vier Tagen hatten die Behörden Großbritannien offiziell für MKS-frei erklärt. Premierminister Gordon Brown berief sofort eine Krisensitzung in Downing Street ein. In Brüssel wurde mit einem erneuten Verbot aller britischen Fleischexporte in die EU gerechnet.

"Erste Laboruntersuchungen der heute früh von den Rindern genommenen Proben haben ergeben, dass es sich um Maul- und Klauenseuche handelt", erklärte das Landwirtschaftsministerium. Betroffen ist eine kleine Rinderherde, bei der schon mehrere Tiere die typischen Krankheitssymptome zeigten. Um den betroffenen Hof wurden eine Zehn-Kilometer-Schutzzone errichtet. Die britische Regierung sicherte zudem "alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen" zu.

Der neue Ausbruch ereignete sich auf einem Hof in Egham, in dessen Nähe bereits Anfang August zwei Fälle aufgetreten waren. Damals mussten rund 600 Tiere geschlachtet werden. Die Krankheit kam damals und wahrscheinlich auch diesmal aus einem Versuchslabor, in dem mit Seuchenerregern experimentiert wird.

Aus EU-Kreisen verlautete inzwischen, dass bei einer offiziellen Bestätigung durch die britische Regierung die EU erneut ein vollständiges Exportverbot für Tierprodukte und Lebendtiere aus Großbritannien verhängen werde. "Kein Mitgliedstaat möchte auf diese Vorsichtsmaßnahme verzichten", hieß es.

Weiterer Verdachtsfall
Nach dem erneuten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Südengland gibt es einen weiteren Verdachtsfall. In der ostenglischen Grafschaft Norfolk sei eine Kontrollzone eingerichtet worden, sagte die britische Chefveterinärin Debby Reynolds.

Es handle sich um einen Fall bei Schweinen. Es bestehe kein "starker Verdacht", dass es sich um MKS handle, aber es könne nicht ausgeschlossen werden. (apa/red)

12.9.2007 19:35