Tschtschenische Beamtinnen müssen laut Präsident Kadyrow Kopftuchpflicht folgen
- Verstöße sollen mit Entlassung geahndet werden
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In Tschetschenien müssen Beamtinnen künftig das islamische Kopftuch tragen. Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow teilte spät am Dienstag mit, Frauen, die sich nicht an die Regel hielten, drohe die Entlassung. "Ich bin ein Muslim, ich respektiere tschetschenische Traditionen und ich bin stolz darauf" begründete Kadyrow die Vorschrift. Er beschuldigte Frauen zudem, die Ursache sämtlicher Verbrechen in der russischen Teilrepublik zu sein, da sie die Männer dazu einluden, Sex mit ihnen zu haben.
In Tschetschenien sind Ehrenmorde keine Seltenheit, immer wieder werden Frauen von ihrer Familie getötet, weil sie angeblich Schande auf diese gebracht haben. Weitaus häufiger werden jedoch Männer zum Ziel erklärt. "Das erschwert nur die Arbeit der Polizei", sagte Kadyrow.
Konsequenzen unwahrscheinlich
Die Kopftuch-Regel dürfte bei der Regierung in Moskau auf Widerstand stoßen, da russisches Recht die Trennung von Staat und Religion sowie die Gleichheit der Geschlechter vorsieht. Kadyrows hartes Durchgreifen und der Personenkult um den Politiker wird von den russischen Behörden mit Argwohn betrachtet. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Kadyrow - ein Protege von Präsident Wladimir Putin - Konsequenzen fürchten muss. (apa/red)
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