Merkel bekräftigt Afghanistan-Einsatz: Deutsche sollen länger im Land bleiben
- Gäbe weiterhin "beträchtliche Herausforderungen"
- Regierung will mehr Gewicht auf Entwicklung legen
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Engagement des Landes in Afghanistan nachdrücklich bekräftigt. In einer General-Debatte des Bundestages sagte sie: "In Afghanistan steht viel auf dem Spiel".
Die Kanzlerin warb für eine Zustimmung des Bundestages zur Verlängerung der Mandate für den Afghanistan-Einsatz. Das Parlament soll im Oktober über die Verlängerung der Beteiligung an der Friedenstruppe ISAF und dem Einsatz von Tornado-Aufklärern abstimmen. Über die weitere Beteiligung an der heftig umstrittenen Anti-Terror- Operation "Enduring Freedom" soll im November abgestimmt werden.
Weiterhin "beträchtliche Herausforderungen"
Deutschland muss sich nach den Worten Merkels dort so lange engagieren, wie Afghanistan nicht selbst seine Sicherheit gewährleisten könne. Es sei viel erreicht worden, aber es gebe auch weiterhin "beträchtliche Herausforderungen".
Die deutsche Regierung wird nach den Worten von Merkel künftig mehr Gewicht auf die Entwicklung Afghanistans legen. Es gebe aber "keine Entwicklung ohne Sicherheit". Auch "Enduring Freedom" zur Bekämpfung des Terrorismus sei erforderlich. Sie nehme die daran geäußerte Kritik aber ernst.
Merkel forderte ein verstärktes europäisches Engagement bei der Ausbildung der afghanischen Polizei. Es müsse alles getan werden, damit die radikal-islamischen Taliban und die Terror-Organisation Al Kaida nicht mehr von dem Land aus agieren könnten.
Knappe Mehrheit der Bundesbürger für Abzug
Nach einer Umfrage ist eine knappe Mehrheit der Bundesbürger für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. In der Befragung des Forsa-Instituts, die am Mittwoch vom Magazin "Stern" veröffentlicht wurde, plädierten 52 Prozent dafür, dass die Bundesregierung den Einsatz abbrechen sollte. 43 Prozent vertraten die Meinung, dass die Truppen in Afghanistan stationiert bleiben sollen. Die Zustimmung zu dem Einsatz ist damit weiter gesunken.
(apa/red)
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