Ministerpräsident in Japan tritt zurück:
Abe zieht Konsequenz aus Wahl-Niederlage
- Mehrere Minister traten zuvor skandalbedingt zurück
- Wahl zum Nachfolger erfolgt bereits in einer Woche

·Japan: Abe versucht Schaden einzugrenzen
Nach Wahlschlappe steht Premier unter Zugzwang
·Japan: Premier Abe erleidet Wahlschlappe
Regierungschef will aber trotzdem im Amt bleiben
Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat seinen Rücktritt erklärt. Das teilte der 52-jährige Konservative am Mittwoch bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz mit. Abe hatte erst im September vergangenen Jahres die Nachfolge des populären Junichiro Koizumi angetreten.
Schon bald wurde er wegen Führungsschwäche kritisiert. Mehrere seiner Minister traten wegen Skandalen zurück. Hinzu kam ein Fiasko um Rentenbeiträge. Bei den Oberhauswahlen Ende Juli erlitt seine Partei LDP die zweitschwerste Niederlage ihrer Geschichte.
Erste Vorzeichen am Sonntag
Abe hatte bereits am Sonntag seinen Rücktritt für den Fall angedroht, dass ein japanischer Marine-Einsatz im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Krieg nicht vom Parlament verlängert wird. Zudem wird seine Regierung von einer Reihe von Skandalen belastet. Ende August hatte Abe bei einer groß angelegten Kabinettsumbildung alle wichtigen Minister ausgetauscht, um das Vertrauen seiner Bürger zurückzugewinnen.
Wahl zum Nachfolger in einer Woche
Die Liberaldemokratische Partei (LDP) in Japan wählt am kommenden Mittwoch einen Nachfolger für den zurückgetretenen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Um schnell eine Entscheidung herbeizuführen, soll das bisherige Wahlverfahren abgekürzt werden, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Abe erklärte am Mittwoch seinen Rücktritt. Er zog damit die Konsequenzen aus einem rapiden Popularitätsverlust und einer Serie von Skandalen in seinem Kabinett. (apa/red)
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