Dienstag, 11. September 2007

Raketenangriff auf israelischen Stützpunkt:
Armee meldet bis zu 66 verletzte Soldaten

  • Soldaten erreichten Schutzräume nicht rechtzeitig
  • Palästinenserorganisationen bekennen sich zur Tat

Bei einem Raketenangriff militanter Palästinenser auf einen israelischen Militärstützpunkt in der Nähe des Gaza-Streifens sind nach Armeeangaben Dutzende israelische Soldaten verletzt worden. In Berichten israelischer Medien war von bis zu 66 Verletzten die Rede. Wie ein Armeesprecher mitteilte, wurden 47 Soldaten durch die Explosion verwundet, 10 weitere erlitten Schocks. Andere Berichte gingen von 30 Verletzten aus. Eine so hohe Opferzahl hat es bei einem einzigen Raketenangriff aus Gaza noch nie gegeben.

Der Stützpunkt Zikkim, der von einer aus dem Gaza-Streifen abgefeuerten Kassam-Rakete getroffen wurde, liegt rund einen Kilometer von dem palästinensischen Gebiet entfernt im Westen der Wüste Negev. In dem Stützpunkt bildet die israelische Armee Rekruten aus.

Zu dem Angriff bekannten sich die Saladin-Brigaden, der militante Arm des radikalen palästinensischen "Volkswiderstandskomitees". Die Gruppe habe zwei Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert, sagte ein Sprecher der Organisation dem israelischen Onlinedienst "Y- net". Wie die Tageszeitung "Haaretz" berichtete, erklärte sich auch der Islamische Jihad für die Tat verantwortlich.

Soldaten aus den Betten aufgeschreckt
Nach Angaben der Armee schlug die Rakete in ein leeres Zelt ein. Viele Soldaten seien von umherfliegenden Geschosssplittern getroffen worden. Mindestens elf Soldaten mussten nach Angaben des Sprechers mit mittelschweren bis schweren Verletzungen behandelt werden. Der Direktor der Rettungskräfte, Eli Bin, erklärte, ein Soldat sei in kritischem Zustand. Die meisten Soldaten wurden leicht verletzt.

Kurz vor dem Einschlag sei noch Luftalarm gegeben worden, jedoch hätten viele der aus dem Schlaf gerissenen Soldaten die Schutzräume nicht mehr erreichen können, hieß es in Medienberichten. Die Verletzten seien mit Krankenwagen in umliegende Kliniken gebracht worden. Krankenhausvertreter berichteten, rund 50 Soldaten seien zur Behandlung eingeliefert worden. Einige davon hätten allerdings nur einen Schock erlitten.

Militante Palästinenser beschießen vom Gaza-Streifen aus, der seit rund einem Vierteljahr von der Hamas kontrolliert wird, immer wieder israelisches Gebiet mit Raketen. In den vergangenen sieben Jahren wurden dabei dem "Haaretz"-Bericht zufolge zwölf Menschen getötet.

Der Angriff dürfte in Israel neue Forderungen nach einer großangelegten Bodenoffensive in den Gaza-Streifen lautwerden lassen, aus dem sich das israelische Militär 2005 zurückgezogen hat. Vergangene Woche hatte sich das Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Ehud Olmert gegen einen solchen Schritt entschieden. Zuvor war eine palästinensische Rakete nahe einer Kindertagesstätte in Israel gelandet.
(apa/red)

11.9.2007 07:57