Dienstag, 11. September 2007

"Blick nach vorne richten": USA gedachten
der 3.000 Todesopfer des 11. September 2001

  • Bush legte Schweigeminute vor dem Weißen Haus ein
  • PLUS: Die BILDER der Trauerfeierlichkeiten zu "9/11"

Sechs Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September haben die USA der fast 3.000 Todesopfer gedacht. Die Feierlichkeiten begannen in New York mit einer Zeremonie nahe Ground Zero. Zu dem Zeitpunkt, als um 08.46 Uhr Ortszeit (14.46 Uhr MESZ) die Attentäter das erste Flugzeug in einen Turm des World Trade Centers steuerten, verharrten die Angehörigen der Opfer schweigend. US-Präsident George W. Bush hielt eine Schweigeminute im Weißen Haus.

Die vierstündige Zeremonie fand erstmals in einem kleinen Park und nicht direkt am Ort der Anschläge statt, wo umfangreiche Bauarbeiten für neue Hochhäuser angelaufen sind. Nach dem Protest von Angehörigen wurde ihnen aber doch noch erlaubt, am ehemaligen World Trade Center Blumen niederzulegen. Für sie hieß es diesmal, Abschied nehmen von Ground Zero, da dort in zwei Jahren eine Gedenkstätte inmitten von Grünanlagen und Wasserflächen im neuen World Trade Center entstehen soll.

Die Namen der mehr als 2.700 Menschen, die in New York ums Leben kamen, trugen diesmal Feuerwehrleute, Ersthelfer und Bauarbeiter vor. Viele von ihnen leiden seit ihrem Einsatz in der giftigen Staubwolke, die beim Einsturz der Zwillingstürme entstand, an Atemproblemen oder sogar Krebs. Der Liste der Todesopfer wurde heuer der Name von Felicia Dunn-Jones hinzugefügt, die wegen des giftigen Staubs an Lungenkrebs gestorben war. Vier Mal wurde die Verlesung unterbrochen, um der Augenblicke zu gedenken, in denen die Flugzeuge in die Türme krachten und die beiden Hochhäuser einstürzten.

Kritik rief ein Auftritt des damaligen New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani hervor, der sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bewirbt. Giuliani versicherte, er verfolge mit seinem Auftritt keine politischen Absichten. Wohl auch deswegen sprach Giuliani weniger als eine Minute. "Wir wurden auch Zeugen einer kompromisslosen Stärke und Widerstandskraft der Bevölkerung", sagte der Republikaner. "Es war ein Tag ohne Antworten, aber mit einer endlosen Zahl an Menschen, die einander geholfen haben."

Giulianis Nachfolger Michael Bloomberg sagte bei der Zeremonie, der 11. September 2001 habe "unsere Geschichte und unsere Herzen zerrissen". "Wir sind immer noch an eurer Seite", sagte der Bürgermeister an die Betroffenen gerichtet. Zugleich empfahl er ihnen, "den Blick nach vorn zu richten".

Eine Gedenkfeier gab es auch im Pentagon, wo ein drittes entführtes Flugzeug abstürzte. Dort schwor Verteidigungsminister Robert Gates all jenen Rache, die die USA angreifen würden. "Die Feinde Amerikas, die Feinde unserer Werte und unserer Freiheit werden sich nie wieder einfach ausruhen können, weil wir sie unbarmherzig und ohne Vorbehalt zur Strecke bringen werden", sagte Gates.

Auch an die Insassen des vierten gekaperten Flugzeugs wurde erinnert. Die 40 Passagiere und Besatzungsmitglieder kämpften den Ermittlungen zufolge mit den Luftpiraten, die Maschine stürzte bei Shanksville im US-Staat Pennsylvania auf ein Feld.

Bei den Anschlägen am 11. September 2001 kamen 2.974 Menschen und die 19 Luftpiraten ums Leben. 2.750 Opfer gab es in New York, 184 im Pentagon in Washington und 40 in Pennsylvania.

(apa/red)

11.9.2007 22:45