Terrordrohungen gegen Österreich: In
Kanada gefasster Verdächtiger bleibt in Haft
- Anhörung brachte noch keine neuen Erkenntnisse
- Heftige Kontroversen zwischen Grünen und der FPÖ
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Die gerichtliche Anhörung jenes kanadischen Verdächtigen, der im Zusammenhang mit den Terrordrohungen gegen Österreich festgenommen wurde, brachte vorerst keine neuen Ergebnisse. Wie ein Vertreter der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) der APA sagte, laufen die Ermittlungen weiter. Der nächste Termin bei Gericht wurde für 20. September festgelegt. Der in Kanada festgenommene Marokkaner bleibt bis dahin unter Arrest. Politisch sorgen die Vorgänge weiter für heftige Debatten.
Laut RCMP sind die Hausdurchsuchungen teilweise noch am Laufen. Bisher gefundene Dokumente und Computerdateien sollen bis zur nächsten Gerichtstermin am kommenden Donnerstag ausgewertet werden. Sie sollen dazu beitragen, Klarheit in die Beziehung des in Montreal inhaftierten Verdächtigen zu den drei Wiener Islamisten zu bringen.
Verschärft hat sich die Angelegenheit mit der Verhaftung eines Afrikaners in der kanadischen Region Mauricie, der wegen "Verschwörung für den Zweck des Ablieferns, Platzierens, Abfeuerns oder zur Detonation-Bringens von Sprengstoff außerhalb Kanadas" aus dem Verkehr gezogen wurde. Laut Innenministerium gibt es keinen Hinweis darauf, dass der Mann Attentatspläne in Österreich verfolgt hat. Kanadische Medien berichteten hingegen von einer Autobombe. Der 35-jährige Sahid N. hat in Kanada seinen ständigen Wohnsitz, soll aber geplant haben, das Land zu verlassen. Meldungen, laut denen der Verdächtige für die Global Islamic Media Front (GIMF) tätig und für die Erstellung der englischsprachigen Version von deren Homepage verantwortlich war, wurden vonseiten der kanadischen Polizei nicht bestätigt.
Nach derzeitigem Stand dürfte er nicht nach Österreich überstellt werden. "Er wird in Kanada bleiben", sagte Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums. Ob der Verdächtige alleine gehandelt oder einer Gruppe angehört hat, wurde am Freitag noch ermittelt. In Österreich ist laut Gollia vorerst mit keinen weiteren Festnahmen zu rechnen.
Nicht bestätigen kann das Innenministerium, dass die Wiener Islamisten mit einer terroristischen Gruppe im Irak in Kontakt standen, die für die Entführung zweier Deutscher - Mutter und Sohn - verantwortlich sein soll. Auch dass die Verdächtigen "Terror-Camps" absolviert haben, wollte Gollia nicht bestätigen. Ihnen wird im Zusammenhang mit dem im März aufgetauchten Drohvideo gegen Österreich "Nötigung der Regierung" und "Zusammenschluss zu einer terroristischen Vereinigung" vorgeworfen.
Hitzige Debatten zwischen FPÖ und Grünen
Innenpolitisch sorgt der Fall weiter für hitzige Debatten. Während die FPÖ weiter gegen Islamisten wetterte - Parteichef Heinz-Christian Strache verlangte unter anderem von den Muslimen als "Zeichen des gelebten Integrationswillens" einen Verzicht auf die Errichtung von Minaretten -, warnten die Grünen erneut davor, die 400.000 Muslime in Österreich "pauschal ins Terroreck zu rücken". Entsetzt zeigten sich die Grünen über die Aussagen von ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon, der gemeint hat, Kinder von Zuwanderern "müssen genauso aufwachsen, wie es unserer Lebensart entspricht".
(apa/red)
