Experte warnt vor Terrorgefahr im WWW:
Online-Foren dienen häufig zur Rekrutierung
- Orientalist Lohlker: "Das Risiko ist schon recht groß"
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·Experte warnt vor Terrorgefahr im WWW
Online-Foren der Al-Qaida
dienen der Rekrutierung
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Al-Qaida Garaus machen
Der Wiener Orientalistik-Professor und Islamkenner Rüdiger Lohlke hat vor der Gefahr von Terroranschlägen der Al-Qaida, die übers Internet vorbereitet werden, gewarnt. In einem Radio-Gespräch sagte Lohlker, "im Internet kann man jederzeit zu Bombenanleitungen kommen. Ich würde die Gefahr nicht unterschätzen, auch nicht die Gefahr der Verbreitung bestimmter Ideologien".
Man habe immer noch nicht richtig erfasst, was hier geschehe. Es werde ein Milieu geschaffen, in dem nur in eine Richtung gedacht werde. "Das Risiko ist schon recht groß", so Lohlker.
Terror auch "auf Deutsch"
Die Website der "Globalen Islamischen Medien Front", über welche die in Österreich verhafteten Terrorverdächtigen ihre Drohungen veröffentlicht haben, sei zunächst nur arabischsprachig gewesen. 2005 sei es zum Wechsel gekommen und die Webseite wurde deutschsprachig. Das hängt laut Lohlke auch damit zusammen, dass muslimische Immigranten der zweiten Generation nur noch mangelnde Kenntnisse der arabischen Sprache haben.
Mit rechtsextremen Websites vergleichbar
Integrierte Muslime würden vermutlich nie auf einer solchen Website landen, dafür aber ein bestimmtes Klientel. "Die meisten werden da nicht hineinschauen. Es gibt ein bestimmtes Milieu, in dem man dann ein Interesse an radikaler Opposition bekommt. Das waren früher der Marxismus oder Leninismus und solche Dinge, jetzt ist es die weltweite Opposition der Al-Qaida. Das ist cool". Von der psychologischen Struktur seien die islamistischen Websites mit rechtsextremen Seiten teilweise vergleichbar. "Wenn man sich Berichte über Märtyrer anschaut, welches Leben die geführt haben, dann sieht man, dass da ganz große Parallelen zu rechtsradikalen Lebensgeschichten sind", meint Lohlker.
Skurrilitäten inkludiert
Im Internet sind nach Angaben des Islamkenners die unterschiedlichsten islamistischen Bewegungen vertreten. "Mein Lieblingsbeispiel sind die islamischen Vegetarier. Da können Sie sich bedienen bis hin zu einer Seite, die 'Queer Dschihad' heißt, also homosexuelle Muslime, die einen Dschihad für ihre Sache betreiben".
Online-Foren zur Rekrutierung
Die Webseiten seien aber nicht die Rekrutierungsinstrumente der Al-Qaida, sondern diverse Online-Foren. "Das weiß mittlerweile jeder, der ein bisschen interessiert ist, wo muss man hinschauen. Dann werden sie weitergereicht, sie bekommen die Hinweise, die Seite ist interessant, da gibt es was Neues zu lesen, da gibt es ein Video, das musst du sehen". Ein "findiger Jugendlicher, der mit dem Computer umgehen kann, findet das schnell". Mittlerweile gebe es einige Fälle, wo sich Leute für Terroranschläge übers Internet gefunden haben, "es sind nur wenige, aber es ist eine Gefahr für die Zukunft". Als Gegenstrategie schlägt Lohlker vor, ein Gegenmilieu zu fördern, das Muslimen die Chance der Integration bietet. (apa/red)
