Mehrheit glaubt nicht an Neuwahlen: Grad der Streitereien als "normal" empfunden
- Dispute als "neue politische Kultur" akzeptiert
- SPÖ und ÖVP mit je 70 % die meisten Stammwähler
Den Koalitionsstreitigkeiten zum Trotz glaubt mehr als zwei Drittel der Österreicher nicht an baldige Neuwahlen. Laut einer Umfrage der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS) schätzen 54 Prozent der Befragten den Grad der Auseinandersetzungen innerhalb der Koalition als "normal" ein, 62 Prozent können nicht mehr Streit als früher erkennen.
Für SWS-Obmann-Stellvertreter Skarke war das ein Indiz dafür, dass die Streitereien als "neue politische Kultur" akzeptiert würden. Knapp Dreiviertel aller Befragten glauben, dass die Auseinandersetzungen innerhalb der Regierung von den Journalisten dramatisiert werden. Eine Auswertung nach Parteipräferenz ergab außerdem, dass von den Sympathisanten für eine der beiden Regierungsparteien nur ein Viertel an die Wahrscheinlichkeit von Neuwahlen vor dem regulären Wahltermin 2010 glaubt. Die Auseinandersetzungen in der Regierung schätzen ÖVP-Sympathisanten mit 64 Prozent als normal ein (SPÖ-Anhänger: 55 Prozent). Auch glauben ÖVP-Anhänger zu mehr als zwei Drittel, dass es nicht mehr Streit gibt als früher (SPÖ-Anhänger: 62 Prozent).
Auch die Parteienlandschaft war Gegenstand der Untersuchung. Demnach können SPÖ und ÖVP mit je 70 Prozent auf die meisten Stammwähler verweisen. Bei den Grünen gaben 61 Prozent der früheren Sympathisanten an, auch derzeit diese Partei zu präferieren. Eine geringe Stammwählerschaft verzeichnet die FPÖ mit 37 Prozent, diese konnte ihre Stammwählerschaft aber innerhalb von zwei Monaten um 13 Prozent steigern. Mit 85 Prozent "Behalterate" konnte auch die Gruppe der Nichtwähler leicht zulegen.
Die Daten wurden im Juni und August erhoben, 1.000 Österreicher wurden Face-to-Face befragt.
(apa/red)
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