Dienstag, 11. September 2007

Wieder neues Strache-Bild aufgetaucht: Für FPÖ noch immer alles "völlig harmlos"

  • Neues Foto zeigt ihn angeblich bei Wiking-Jugend
  • Strache will Care-Pakete über Grenze gebracht haben

Von FPÖ-Chef Strache ist ein neues Jugend-Foto aufgetaucht. Darauf ist er inmitten einer Menschenmenge mit einer Fackel zu sehen. Angeblich ist das Bild bei einer umstrittenen Veranstaltung der seit 1994 in Deutschland verbotenen neonazistischen Wiking-Jugend an der DDR-Grenze zu Silvester 1989 entstanden. Die FPÖ spricht von einem "völlig harmlosen Foto", das "eigenartigerweise in aller Schärfe das Gesicht eines wesentlich älteren HC Strache als aus dem Jahr 1989 zeige".

Der FPÖ-Chef hatte behauptet, an der innerdeutschen Grenze damals "Care-Pakete" in den Osten geworfen zu haben. Ein früheres Mitglied der Wiking-Jugend sagte hingegen, dass es sich um eine politische Veranstaltung gehandelt habe. Auf dem in "Österreich" veröffentlichten Bild soll Strache neben einer vermummten Frau zu sehen sein.

In der Aussendung bekräftigten die beiden FPÖ- Generalsekretäre Kickl und Vilimsky einmal mehr, dass die Wiking- Jugend damals nicht verboten, "sondern ein sich im Verfassungsbogen der BRD befindender genehmigter Verein, der erst 1994 aufgelöst wurde", gewesen sei.

Strache selbst Opfer von "Glatzköpfen"
Strache will in seiner Jugend selbst Opfer von "Glatzköpfen" geworden sein. Er sei "von Glatzköpfen" in der Nähe vom Stephansplatz niedergeschlagen worden, weil er aufgrund seiner "Lederkrawatte" für einen "Popper" gehalten worden sei, begründet Strache im "Falter", warum er im Rahmen einer Veranstaltung der Deutschen Volksunion im Jahr 1990 in Passau einen Schreckschussrevolver mitgehabt hat.

Die Waffe sei ihm von der Polizei abgenommen worden. "Dafür habe ich ausreichend Verwaltungsstrafe zahlen müssen, nämlich über 8.000 Schilling, weil es ein Verstoß gegen das bayrische Versammlungsgesetz war", so der FPÖ-Chef. Nach eigenen Angaben besuchte Strache die Veranstaltung mit dem Vater seiner damaligen Verlobten und Gründer der verbotenen rechtsextremen NDP, Norbert Burger. "Ich war deppert, naiv und jung", so Strache heute.

Der blaue Obmann greift auch möglichen weiteren Foto-Publikationen vor und erzählt von einem Bild, das ihn mit einer Soft-Gun zeige. "Man sieht mich in Army-Shop-Gewand mit einem Soft-Gun-Spielzeug. Das schaut kriegerisch aus, weil es optisch einer echten Waffe gleicht." Auch dieses Bild sei bei jenem privaten Wochenende in Kärnten entstanden, von dem bereits Fotos existieren.

(apa/red)

11.9.2007 13:17