Dienstag, 11. September 2007

Die Sparfüchse der Regierung: Schmied, Platter und Hahn sparten bei PR-Kampagnen

  • Politiker investieren in die verschiedensten Inserate
  • Regierungsmitglieder antworten auf BZÖ-Anfrageserie

Während sich die PR-Kosten der meisten Ministerien im sechsstelligen Bereich bewegen, zeigten sich Bildungs-, Innen- und Wissenschaftsministerium bei Inseraten bisher bescheidener. So gab Claudia Schmied (S) für ihr Ressort bisher 36.677 Euro für Inserate aus, Günther Platter (V) liegt bei 84.644 Euro. Und Johannes Hahn (V) kostete die Veröffentlichung seiner Belange bisher 95.940 Euro. Diese Zahlen ergeben sich aus den Antworten auf eine Anfrageserie des BZÖ.

Etwas mehr hat sich das Innenministerium für den Einsatz externer Berater geleistet: Bisher waren es 99.408 Euro. Schmied nannte bei diesem Punkt keine Zahl, antwortete jedoch trotzdem umfangreich. "Es wurde ein Vertrag mit einer Beratungsfirma abgeschlossen", heißt es, der Name wird aus "datenschutzrechtlichen Gründen" nicht genannt. Zumindest gehe es um Fragen der "Führung, Information und Kommunikation" im Hinblick auf die "bildungs- und kulturpolitischen Herausforderungen". Gar keine Beratung hat Hahn bisher für sein Ministerium gebraucht, gibt er in der Anfrage an.

Bunt sind wieder die Themenbereiche, zu denen inseriert wurde: Es wird auf Grußworte, Aktivitäten der Ressorts und - im Kulturressort - auf die Vergabe mehrerer Preise verwiesen. So schaltete Schmied etwa mehrmals zum "Ernst-Jandl-Preis" und zum "Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2007". Als weitere Themen waren die Allgemein Bildende Schule sowie der "Plötzliche Kindstod" vertreten. Platter schaltete Grußbotschaften in den jüdischen Zeitschriften "David" und "Die Gemeinde" mit jeweils rund 500 Euro anlässlich des Pessachfestes, ebenso wie Schmied. Hahn wandte sich mit Ausschreibungen für den "Possanner-Staatspreis zum Ausgleich der Geschlechter" sowie für das Forschungsprogramm "proVision" an Tageszeitungen und Studentenzeitschriften.

An der Spitze befindet sich bei den Anzeigenschaltungen derzeit das Bundeskanzleramt mit knapp 884.000 Euro, gefolgt vom Landwirtschaftsministerium mit 883.170 Euro und dem Gesundheitsministerium mit 743.000 Euro Inseratenkosten. Weiter geht es mit dem Sozialressort (571.900 Euro). Vor den Schlusslichtern Platter und Schmied kommt das Frauenministerium mit 280.000 Euro.

(apa/red)

11.9.2007 10:21