Mittwoch, 5. September 2007

Der Rebell kehrt zurück

  • Team-Comeback: Warum er keine Angst davor hat, dem ÖFB erneut seine Meinung zu sagen.

Therapie: Wie Emanuel Pogatetz trainiert, um bis Oktober wieder einsatzbereit zu sein. Acht Stunden täglich schindet sich Emanuel Pogatetz, um rechtzeitig für die Euro fit zu sein.

Kleine violette Narben zieren die Knie von Emanuel Pogatetz – je eine rechts und eine links der jeweiligen Kniescheibe. Es sind nicht die einzigen, die sich der Verteidiger in seiner Karriere zugezogen hat, doch die ersten, die ihn auf Dauer lahmlegen. Zwölf Wochen Pause hieß es, als entdeckt wurde, dass die Knorpel unter seinen Kniescheiben Abnützungserscheinungen zeigten, und er operiert wurde. Seit einem Monat trainiert er täglich acht Stunden im Sportmedizin-Zentrum „Altis“ in Althofen. Die Ziele des 24-Jährigen: Comeback bei Middlesbrough und Comeback im Nationalteam. Denn Josef Hickersberger hat dem 24-Jährigen, der nach öffentlicher Kritik am ÖFB aus dem Team geflogen war, verziehen, und die FIFA lässt zu, dass er die Sperre von zwei Spielen, die er nach einem Foul erhalten hat, nicht bei der EM, sondern
in Freundschaftsspielen absitzen darf. Mit NEWS spricht er über seine Zukunft.

NEWS: Wie geht es Ihren Knien?
Pogatetz: Sehr gut, ich habe dank der Therapie schon zwei Wochen gutgemacht. Vor der OP Anfang August hat mein Arzt gesagt, es wird zwölf Wochen dauern, bis ich wieder laufen kann, nun sind es nur noch sechs. Am 17. September werde ich in Middlesbrough das Training beginnen. Ich hoffe, im Oktober bin ich auch aus der Verletztenliste gestrichen. Vielleicht wird es auch November werden.
NEWS: … und dann werden Sie die zwei Spiele Sperre absitzen? Oder geht das schon früher?
Pogatetz: Natürlich könnte ich die Sperre absitzen, wenn ich nicht fit bin, aber das wäre nicht anständig. Außerdem kommen genug Länderspiele, da gehen sich auch noch zwei Rote Karten aus (lacht).
NEWS: Trauen Sie sich überhaupt noch, etwas im ÖFB zu beanstanden?
Pogatetz: Fragen Sie mich, wenn ich wieder im Training dabei bin. Wenn mir etwas vom Umfeld her nicht passt, werde ich das sicher wieder ansprechen. Aber intern. Jedenfalls freue ich mich, dass mich der ÖFB wieder einberuft. Das war nicht zu erwarten, und da haben die Verantwortlichen Größe gezeigt, besonders der Teamchef.


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5.9.2007 16:58