Rockstars geben viel früher den Löffel ab:
Lebenserwartung ist niedriger als normal
- Wilde 70er waren für Popmusiker besonders riskant
- Die ersten fünf Jahre des Ruhms am gefährlichsten

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Rockstars sterben früher als Otto Normalverbraucher. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der John-Moores-Universität in Liverpool, die die Lebenserwartung von globalen Größen der Rockmusik mit der der gewöhnlichen Bevölkerung vergleicht. Der Lebensweg von mehr als tausend Musikern, die aus einer Liste der 1.000 meistverkauften Platten aus dem Jahr 2000 ausgewählt wurden, wurde von den Wissenschaftern ausgewertet. Unter den Forschungsobjekten waren früh und spektakulär verschiedene Musiker wie Jimi Hendrix, Jim Morrison, Janis Joplin und Kurt Cobain.
Die im britischen "Journal of Epidemiology and Community Health" veröffentlichten Ergebnisse sind eindeutig: Glamour ist gefährlich. Insgesamt 100 Weltstars starben in der Zeit von 1956 bis 2005. Über eine Zeitspanne von 25 Jahren war ihre Sterblichkeit 70 Prozent höher als die der Durchschnittsmenschen. Als besonders gefährlich erwiesen sich die ersten fünf Jahre des Ruhmes, während derer die Wahrscheinlichkeit 240 Prozent höher ist, das Zeitliche zu segnen, als bei Normalsterblichen. Die Superstars der wilden 60er und 70er lebten dabei mit noch höherem Risiko, hatten sie doch in den ersten fünf Jahren eine 350 Prozent höhere Sterbewahrscheinlichkeit als Durchschnittsbürger.
Die Autoren der Studie, Mark Bellis und John Ashton, stellten überdies fest, dass europäische Musiker etwas resistenter waren als amerikanische. Sie folgern aber vor allem, dass Rockstars nicht als Werbeträger für Gesundheitskampagnen taugen. "Es ist unwahrscheinlich, dass Gesundheitsbotschaften von Popstars von jungen Menschen als glaubwürdig angesehen werden", sagten die Autoren.
(apa/red)
