Montag, 10. September 2007

BAWAG-Prozess geht weiter: Zehn neue Zeugen sitzen ab heute am heißen Stuhl!

  • Sie sollen Licht ins Spekulations-Wirrwarr bringen
  • ÖGB-Finanzchef Schneider vom Gericht vorgeladen

Die Zeugeneinvernahmen im BAWAG-Prozess werden heute fortgesetzt. Bis Donnerstag werden zehn Zeugen in den Großen Schwurgerichtssaal im Wiener Landesgericht kommen. Die Zeugen, die unter Wahrheitspflicht stehen, sollen Aufklärung in die verlustreichen Spekulationen der BAWAG mit Investmentbanker Wolfgang Flöttl und ihrer versuchten Vertuschung bringen.

Heute sind zwei Zeugen von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young geladen, Elisabeth Glaser und Martin Schwarzbartl. Die Prüfer von Ernst & Young hatten nach dem Auffliegen der Affäre ein Gutachten erstellt und insbesondere die Stiftungen in Liechtenstein durchleuchtet.

Am Dienstag wird zunächst der bayerische Finanzminister (CSU) und frühere BAWAG-Aufsichtsrat Kurt Faltlhauser vor Gericht als Zeuge erwartet. Faltlhauser war als Vertreter des damaligen BAWAG-Miteigentümers Bayerische Landesbank (BayernLB) von November 1998 bis zum Juni 2004 im Aufsichtsrat der damaligen Gewerkschaftsbank. Die BayernLB war von 1996 bis 2004 mit 46 Prozent an der BAWAG beteiligt gewesen. Weiters ist für Dienstag ÖGB-Finanzchef Schneider als Zeuge geladen. Er folgte im Mai 2006 dem in Folge der BAWAG-Affäre zurückgetretenem Günter Weninger nach, der nun beim Prozess als einer der neun Angeklagten auf der Anklagebank sitzt.

Am Mittwoch ist Helmut Ettl, Bankenrevisionschef der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) geladen. Für Donnerstag stehen Ingrid Winter-Reumann, ehemalige Leiterin des BAWAG-Beteiligungsmanagements, Renate Zartler-Schwob, Geschäftsführerin bei der BAWAG-Tochter Bösendorfer, sowie Kuno Frick sen. und jun. und Yvonne Nägele, alle drei von der Treuhandgesellschaft TTA Liechtenstein, auf der Ladungsliste.

Der Prozess ist bis Mitte November angesetzt. Weitere geladene Zeugen sind u.a. Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky sowie Ex-ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch und sein Nachfolger an der ÖGB-Spitze, Rudolf Hundstorfer.

(apa/red)

10.9.2007 07:08